Vor einigen Tagen erreichte uns eine sehr berührende Leserpost zum Buch
"Mein Kind soll leben"
Diese möchte ich euch auf keinem Fall vorenthalten, zeigt sie doch einmal mehr, wie wichtig und aktuell unser Thema ist.
Sehr
geehrte Frau Hedwig Kleineheismann,
aufmerksam
auf Ihr Buch wurde ich durch die Sendung “ Menschen der Woche “ mit Frank
Elstner vor einigen Wochen. Das Buch habe ich innerhalb weniger Tage mit großem
Interesse gelesen. Für mich war es sehr interessant, da auch ich eine
behinderte Tochter habe. Meine Tochter kam 1985 zur Welt und erst im Alter von
6 Monaten wurde uns gesagt, dass Heike eine Hemiparese rechts (Lähmung der
rechten Seite) hätte. Damals war diese Krankheit und waren die Therapien,
totales Neuland für uns. Aber wir kämpften und kämpfen noch heute mit anfänglich
den Erzieherinnen im Kindergarten, später mit den Lehrern in der Schule, den
Therapeuten, den Ärzten und heute hauptsächlich mit der Krankenkasse und dem
Arbeitsamt bzw. dem Jobcenter. Wir wohnen in einer Kleinstadt in der Pfalz und
hatten oft eine längere Anfahrt zu den einzelnen Krankenhäusern und den
Therapiestunden. Auch ich war berufstätig, alleinerziehend ( Scheidung 1990 )
und konnte, dank der Unterstützung meiner zwischenzeitlich verstorbenen Mutter, alles recht gut bewältigen. Viel Kraft und viele Tränen, begleiteten uns auf
diesem langen Weg. Auch ich habe nie aufgegeben und immer für alles kämpfen
müssen. Auch Heike hatte einen Klumpfuß, die Operation wurde in
Aschau am Chiemsee durchgeführt, später folgten Operationen in München.
Therapien in Belgien, in der Schweiz und natürlich auch in der
näheren Umgebung unseres Wohnorts. Es gab auch Niederlagen und Enttäuschungen,
aber immer wieder kam ein neues Licht und es ging weiter. Zwischenzeitlich hat
meine Tochter, dank eines wunderbaren Ausbilders, die Ausbildung zur Bürokraft,
trotz einer Rechenschwäche, erfolgreich abgeschlossen. Sie ist leider seit
September 2011 arbeitslos und alle Bewerbungen waren bisher ohne Erfolg. In
unserer Gesellschaft haben es Behinderte schwer, aber wir geben die Hoffnung
nicht auf, schließlich hat Heike viele Praktika absolviert und gute
Beurteilungen erhalten. Jetzt hat sie mit der Fahrschule begonnen und wünscht
sich ein Auto. Auch diese Hürde wird sie schaffen.
Ich
bedanke mich nochmals bei Ihnen und Ihrer Tochter für das wunderbare Buch. Ich
kann Ihre Lebensgeschichte natürlich nicht mit meiner vergleichen, Ihre war
weitaus schwieriger, aber es gibt gewisse Parallelen und es war mir einfach ein
Bedürfnis Ihnen diese Zeilen zu übermitteln.
Ich
wünsche Ihnen und Ihrer Tochter alles erdenklich Gute und Gottes Segen.
Liebe
Grüße
Charlotte
B.
"Mein Kind soll leben" ist im Verlagshaus el Gato in der zweiten Auflage erschienen und als Download oder Printversion erhältlich

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