Freitag, 30. Dezember 2011

Gedanken zum Jahresende – Ein Rückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, in wenigen Stunden beginnen wir ein neues. Lasst uns einen Moment innehalten und Resümee ziehen. Wer hätte am Beginn des Jahres 2011 schon gedacht, wie rasant dieses Jahr verlaufen würde?

Hätten wir Anfang des Jahres geahnt, dass im März einer der schwersten Reaktorunfälle geschehen würde, der bis zum Ende des Jahres noch nicht wirklich behoben ist?

Wir haben sicherlich auch nicht geahnt, dass das fröhliche Fest Fußballeuropameisterschaft zum Mord an Tausenden unschuldigen Tieren mutiert.

Nach wie vor werden wir, die Leser der Tagespresse, von den Medien manipuliert. Wir erfahren nur das, was wir wissen sollen, was uns ruhigstellt.

Umso wichtiger ist das geschriebene Wort. Ein altes deutsches Sprichwort sagt: „Wer schreibt, der bleibt.“ Wie wahr. Ob nun in Facebook, auf Blogs oder in kritischen Fachblättern, es ist wichtig hinzuschauen. Wichtig, sich zu engagieren und dies niederzuschreiben.
Es gibt unzählige Menschen, die sich für Mensch oder Tier einsetzen. Die teilweise ihr Leben riskieren. Ihnen allen gehört mein Respekt. 

Deutschland ist ein sehr tierfreundliches Land, in dem jedoch die Alten, die Kranken und auch die Kinder wegdiskutiert werden. Nur noch Italien hat in Europa eine geringere Geburtenrate als Deutschland. Unsere Kinder jedoch gewährleisten das Überleben der Rasse Mensch. Wenn wir das nicht bald erkennen, wird der Mensch aussterben! Vielleicht nicht heute und nicht morgen. Aber wer zahlt bitte morgen deine Rente?

Deutsche spenden gern und viel. In jedem Jahr werden Millionen für Projekte in Afrika, Asien und Südamerika gesammelt. Dabei vergisst der Deutsche aber gern die hungrigen Kinder seiner Nachbarn.
Wir, denen es gut geht, vergessen allzu oft, dass auch in Deutschland die Wohlstandsschere weit auseinanderklafft.
All diese Überlegungen haben bei mir persönlich dazu beigetragen, dass ich mich für einen Berliner Verein engagiere, die Kinderschutzengel, die kranke Kinder im Krankenhaus betreuen. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren erschütternde Schicksale kennengelernt, Kinder, denen die eigene Mutter verbot, sie auf der Straße zu grüßen. Kinder, die niemals aufgaben, so schwer sie auch erkrankten. Und ich habe einen Verein kennengelernt, der sich rund um die Uhr für die Kinder und ihre Familien einsetzt. Aufgrund eines familiären Schicksalschlages habe ich auch die effektive Arbeitsweise des Vereins und seiner ehrenamtlichen Helfer kennenlernen dürfen.
Solche Vereine müsste es noch viel mehr in Deutschland geben. Vereine, die sich nicht kommerziell für die Schwachen in der Gesellschaft einsetzen. 

Für mich persönlich hat das vergangene Jahr viele positive Dinge bereitgehalten.
Im Februar durfte ich während eines Autorentreffens wertvolle Menschen und Autorinnen persönlich kennenlernen. Dank noch einmal an Hedi und Heidrun.

Es entstanden unter meiner Federführung acht Bücher, die mehr oder weniger gelungen sind. Mein Dankeschön geht an die AutorInnen, die ihr wertvollstes Gut, ihre Gedanken und Fantasien, in meine Hände gelegt haben, damit aus dem Rohdiamanten ein funkelnder und wertvoller Diamant, ihr Buch, wird. Bei sieben von acht ist mir das auch (Eigenlob stinkt, ich weiß^^) gut gelungen.

Längst überfällig gewordener Ballast wurde abgeworfen, Türen schlossen sich und noch viel mehr öffneten sich.

Ich lernte Menschen kennen, teilweise wildfremde, die ich wahrscheinlich nie persönlich treffen werde, die am Schicksal meiner Tochter Anteil nahmen.
Die unkompliziert und ohne groß zu fragen, halfen. Euch allen möchte ich aus tiefstem Herzen Danke sagen. 

Am Firmament sehe ich schon das Licht des kommenden Jahres und freue mich auf zahlreiche neue und spannende Projekte. Auf wunderschöne Kinderbücher, Fantasyromane, Krimis und mehr. 


Liebe Freunde und Leser, bitte lasst uns einen Moment innehalten und die Gläser auf das Neue Jahr erheben. Auf dass dieses neue Jahr uns Gesundheit bringen mag, auf dass jeder die Früchte seines Tuns ernten darf, auf Erfolg und Kreativität. Bedeutsame Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Stellvertretend seien hier nur die beiden wichtigsten deutschen Buchmessen genannt. Aber am wichtigsten sind Gesundheit und der Rückhalt in der Familie, denn nur dann funktioniert auch der Rest.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen
EIN GESUNDES JAHR 2012

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Wir gehen kleine Schritte, aber wir bewegen uns ... und zwar in die richtige Richtung.

Ab Januar 2012 nimmt ein renommierter internationaler Buchhändler unsere Titel mit in den Verkauf.
Somit haben wir nach dem Vertragsabschluss mit dem Verlagsauslieferer Runge, einen weiteren wichtigen Schritt in eine professionellere Abwicklung getan.
AbeBooks vertreibt deutschsprachige Bücher hauptsächlich in seinem angeschlossenen Bookstore in NYC-USA, sowie in 9 internationalen Onlineshops, die deutschsprachigen Buchhändlern und Endkunden offenstehen. 


AbeBooks


Frisch aus der Druckerei im Verlag eingetroffen!
Zerbrochenes Gück



Leseprobe:
Ende Juli
„Wo sind nur wieder diese verdammten Schlüssel?“ Beladen mit etlichen Einkaufstüten suchte ich in meiner viel zu großen
Handtasche. Ah endlich, da sind sie. Seufzend schleppte ich den Einkauf in die Küche und schmiss mit einem lauten Rums die Haustür hinter mir zu.
Nach dem ersten anstrengenden Tag in Vancouver folgten weitere, nicht weniger anstrengende. Herr Franke besichtigte mit uns ein Haus nach dem anderen. Stellte uns weitere Exildeutsche vor. Hetzte von einem Ende der Stadt ans andere Ende.
Wann immer Michael oder ich vorsichtig widersprechen wollten,
präsentierte er uns bereits einen neuen Termin. Absagen oder
Herrn Franke vor den Kopf stoßen wollten wir nicht. Sieben Tage waren eine kurze Zeitspanne. Das war uns von Anfang an klar.
Jedoch fühlten wir uns komplett vereinnahmt. Das, was wir uns
ansehen wollten, gefiel Herrn Franke nicht oder wurde von ihm
abgewertet. Nur das, was ihm gefiel, zählte und war angeblich
furchtbar wichtig für unser Weiterkommen in dieser Stadt. Uns
fiel auf, dass Herr Franke in ganz anderen Sphären zu leben
schien. Immer wieder schleppte er uns in irgendwelche noblen und mega teuren Restaurants. Die Häuser, die er uns zeigte,
waren fernab von unseren Preisvorstellungen. Die versprochenen Jobs waren mit einem Mal kein Thema mehr. Wir sollten erst mal leben und genießen.
Schnell war uns klar: So ging das nicht weiter!
In der Hotellobby lagen täglich Tageszeitungen aus. Die Lektüre der Immobilien- und Jobanzeigen mutierte zum abendlichen Pflichtprogramm. Durch eine dieser Anzeigen fanden wir letztendlich unser Häuschen. Etwas älter und ein Reihenhaus, dafür zentral gelegen in der Nähe von Schule und Bus. Uns war klar, dass wir Herrn Franke gegenüber sozusagen eine Kriegserklärung aussprachen. Jedoch waren wir nicht verpflichtet, nur das zu akzeptieren, was er uns zeigte. Michael meinte damals auch: „Wenn er unsere Wünsche einfach nicht respektiert, dann tut es mir leid.“
Die ersten Tage und Wochen in der neuen Umgebung waren
schwieriger als erwartet. Alles war neu und ungewohnt. Allein
der Gang in den Supermarkt stellte sich als Abenteuer heraus.
Die Fülle des Angebots erschlug mich fast. Eine große Menge
von Lebensmitteln wurde mit Geschmacksverstärker und Farbstoffen aufgepäppelt, eine Achterbahnfahrt für die Geschmacksnerven. Wir benötigten einiges an Zeit, bis wir uns an die veränderte Ernährung angepasst hatten. Genauso der Straßenverkehr, das Preisgefüge, die Sprache, die andere Mentalität der Menschen. Jeder Tag in den ersten Wochen war
aufregend, und so wie kleine Kinder das Laufen lernen, mussten wir jeden Schritt im neuen Land Stück für Stück von Grund auf neu erlernen. Altbewährtes und lieb Gewonnenes musste über Bord geworfen werden. „Anpassung“ hieß unser neues Schlagwort. Als Deutscher im fremden Land konnten wir nicht das System des Gastlandes verändern, sondern uns nur über Anpassung integrieren. Worauf jedoch niemand in meiner Familie verzichten wollte, war deutsches Brot. Der Frachtcontainer traf vor wenigen Tagen ein. In ihm die Brotbackmaschine.
So langsam fühlte ich mich heimisch und sollte zufrieden sein. Eigentlich.
Furcht machte sich in mir breit. Ich befürchtete, dass meine Familie auseinanderbrach, Michael und Marius mir entglitten.
Nein, so hatte ich mir unser Leben in Kanada wirklich nicht vorgestellt.
In Gedanken versunken räumte ich den Einkauf in die
Schränke. Trödeln konnte ich mir nicht leisten. Jede Menge
Hausarbeit wartete jetzt noch auf mich. Brot backen, Essen kochen, einen riesigen Berg Wäsche bügeln. Acht Stunden saß
ich täglich im Callcenter und arbeitete hoch konzentriert. Ich
musste deutschen Verbrauchern ein Glücksspiel verkaufen.
Meine Männer dachten, ich täte das, was Frauen angeblich am
liebsten tun.
Telefonieren.
Argumentieren, überzeugen, zuhören und auf das winzigste
Kaufsignal hin - reagieren. Einfach war das nicht. Total ausgelaugt kehrte ich abends nach Hause zurück, nur um hier eine zweite Schicht einzulegen.
Der einmalige Versuch bei Michael und Marius Verständnis zu
erhalten, scheiterte kläglich und hinterließ einen bitteren Nachgeschmack.
Wie lauteten die Argumente der beiden noch mal?
Michael arbeitete jeden Tag hart auf einer der Baustellen, Marius paukte Mathe und Geschichte in einer fremden Sprache.
Und was bitte tat ich?
Während die Männer ehrliche harte Arbeit leisteten, laberte ich
die Kunden am Telefon voll.
Volllabern nannten die beiden das also?
Der Zorn über diese Äußerung war noch immer nicht aus meiner Brust gewichen. Andererseits, der Stachel des Zweifels, der seit dem ersten Arbeitstag in meiner Brust saß, wuchs und wuchs. Was verkaufte ich denn? Nichts Reales, nichts zum Anfassen oder was mit nach Hause zu nehmen. Sondern Träume und Hoffnungen. Ging es der Wirtschaft schlecht, boomte die Glücksspiel-Gesellschaft. Immer mehr arme und verzweifelte Menschen klammerten sich an diesen letzten Strohhalm. Mehrmals bereits konnte ich kaum mein schlechtes Gewissen unterdrücken, wenn mir am Telefon die Menschen von ihren Nöten erzählten.
Am ersten Arbeitstag trat ich erst einmal heftig ins Fettnäpfchen.
Schmunzelnd dachte ich daran zurück.

Die erste Rezension bei Amazon

portofrei bestellen für 12,90 Euro bei Amazon, Libri oder direkt im Verlag


Mittwoch, 21. Dezember 2011

Lange hat der Postmann gebraucht, ehe er endlich unsere Lieferung bei Amazon abgegeben hat. Aber nun, nach etwas über einer Woche, ist "Noel" tatsächlich eingetroffen.

Um das Buch noch als Geschenk unter den Baum zu legen, wird es langsam eng. Aber sein wir doch mal ehrlich. Bereitet es uns nicht Freude, unseren Kleinen auch nach dem Fest noch eine Überraschung zu bereiten?
"Noel" ist ein Buch für Kinder, die Pferde mögen und gern zeichnen. Denn zahlreiche Bleistiftzeichnungen warten nur darauf, mit Bunt- oder Filzstift ausgemalt zu werden.
Ob als Vorlese oder Selbstlesebuch begeistert es nicht nur Kinder ab 4.


für 7,99 Euro versandkostenfrei bestellen
bei  Amazon




Dienstag, 20. Dezember 2011

Auch wenn uns der Sensenmann am Ende vergangener Woche einen herben Schlag versetzt hat, bleiben wir unserem Motto: "Was uns nicht umhaut, macht uns stark", treu.

Da wir uns nicht unterkriegen lassen, machen wir weiter! Es bleibt uns ja auch nichts anderes übrig.
Dennoch freue ich mich, Euch eine neue Veröffentlichung bekanntzugeben. Am Donnerstag, den 22.12.2011 beginnt die Auslieferung von
"Zerbrochenes Glück", von Andrea el Gato.
ISBN:978-3-943596-01-4 12,90 Euro

Nachstehend die erste Rezension:

Rezension
Zerbrochenes Glück“
Andrea el Gato

In Deutschland bekommen weder Jenny noch Michael Selters aufgrund ihres Alters über 40 in ihren Berufen einen Arbeitsplatz. Für ihren Sohn wünschen sie bessere Lebensbedingungen. Da Kanada zu den Ländern mit dem höchsten Lebensstandard zählt und ein bevorzugtes Einwandererland ist, emigriert die Familie nach Vancouver. Dadurch öffnet sich auch für mich das Tor in eine unbekannte Welt, und ich begleite mit Neugier den Weg der Auswanderer in das Land ihrer Wahl. Doch in Vancouver bleiben ihre Erwartungen unerfüllt. Erst ihr nachfolgender Wohnsitz in Fort McMurray, eine Stadt im nordöstlichsten Teil Kanadas in der Provinz Alberta mit umfangreichen Ölvorkommen und somit auch das reichste Territorium der Region, bringt den ersehnten Wohlstand. Jenny kann sich sogar für ihren Traumberuf als Doula entscheiden. Demzufolge bestätige ich zunächst die Aussage des Romans für diese Region: In Deutschland schlagen sich die Leute um einen Arbeitsplatz und hier schlagen sich die Arbeitsplätze um die Leute. Aber um welchen Preis? Eindrucksvoll schildert die Autorin, was für verheerende Folgen der Ölsandabbau für Natur und Mensch bedeutet. Ausgedehnte Wälder sind durch die Rodung zu unfruchtbaren Mondlandschaften mit Giftteichen und Schwefelbergen geworden; die Ureinwohner Amerikas leben in Reservaten ohne Arbeit in Armut; viele ergeben sich dem Alkohol. Einige Familien hausen in Reservaten hoch im Norden. Dorthin wird Jenny zur Entbindung des ersten Sohnes der Familie Bighorn gerufen und lernt Sarah, Jack und dessen Bruder Byron kennen. Infolge eines Blizzards verbringt Jenny, abgeschnitten von der Außenwelt durch anhaltenden Schneefall, auf engsten Raum mit der Familie die nächsten drei Wochen, und dringt tiefer in den Lebensstandard der Native ein. Ein Helikopter holt sie in die Annehmlichkeiten der Zivilisation zurück. Obwohl die Beschreibung von Fauna und Flora während des ersten Urlaubs von Jenny und Micheal in Fort Fitzgerald mich beeindruckt, schwingt dennoch unterschwellig eine Bedrohung mit. Sie bewahrheitete sich, als Jenny, von Bären gejagt, durch die Wildnis irrt und, von Bienen mit Stichen malträtiert, im Fluss von der Strömung mitgerissen wird. Aus tiefer Ohnmacht erwacht sie in einer Hütte mit Byron an ihrer Seite. Seine Ermittlungsergebnisse erschüttern nicht nur Jenny, sondern versetzen auch mir einen Schock. Byron flieht mit ihr aus der Schutzhütte. Ich fiebere während ihrer Flucht mit ihnen, die von der Autorin so lebendig geschildert wird, als wäre sie eine der Flüchtenden. Danach lebt Jenny mit frisiertem Aussehen unter falschem Namen mit Byron bei seinem Vater Tom in einer Bruchbude. Dort begreift sie, dass nicht Wohlstand und Besitz das Wichtigste im Leben sind. Durch Michaels Sucht nach Macht und Reichtum bleibt von der Liebe füreinander nur noch Asche.
Der Roman ist mitreißend geschrieben und fesselt mich von Beginn an. Der Schluss steigert meine Spannung auf eine Fortsetzung, die vermutlich alle meine Fragen entschleiern wird.  

Aufgrund der Feiertage liefern wir bis Ende des Jahres (31.12.2011) versandkostenfrei direkt ab Verlag. Bestellungen bitte an
bestellung@traumstunden-verlag.com

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Ab sofort ist es offiziell ...
wir sind in das Ausstellerverzeichnis der Leipziger Buchmesse 2012 aufgenommen

Halle 2 Standnummer (wahrscheinlich) 300

Am 17.März finden in der Lesebude 2 zwei Lesungen von uns statt.

Wir freuen uns auf Euch!

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Es gibt zwei Sorten von Menschen.
Die einen, die sich ständig beschweren. Über die bösen Nachbarn, über die gestiegenen Preise, über die lauten Kinder, über die Politiker und über das schwere Leben im Allgemeinen.

Dann gibt es die andere Sorte Mensch. Die, die vom Leben schwer gebeutelt, irgendwie immer an vorderster Stelle standen, wenn es Probleme zu verteilen gab, dennoch glücklich und mit einem Lächeln auf den Lippen durch das Leben gehen.

Kennt Ihr solche Menschen?
Von der ersteren Sorte kenne ich jede Menge. Von der zweiten Sorte fällt mir spontan eine ganz besondere Frau ein, der ich diesen Blogbeitrag widmen möchte.

Von wem ich spreche? Na von Hedi.
Hedwig Kleineheismann, überall nur als Hedi unterwegs, hatte es wirklich nicht leicht in ihrem Leben. Flüchtlingskind, Waisenheim, Adoptiveltern, Geburt eines schwerst kranken Kindes, Selbstmord des Ehemannes ... merkt ihr es bereits?
Hedi zog immer den Hauptgewinn, wenn das Schicksal sie in die Knie zwingen wollte.
Aber Hedi rief auch ganz laut: "HIER", wenn es um das Verteilen positiver Dinge ging.
Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt, der so voller Lebensfreude übersprüht, der so viel Herzensgüte aber gleichzeitig auch Kraft in sich trägt.

Die Welt bräuchte noch viel mehr solcher Menschen, dann würde es bald keine Bosheit, keinen Neid und keine Ungerechtigkeit mehr geben. Vor allem der erstere Schlag Menscheit könnte so viel lernen und würde begreifen, dass Jammern nicht gegen die Übel der Welt hilft.
Gute Besserung an Claudia!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Nach einem Monat Verzögerung startet nun endlich der Verkauf von "NOEL"



 Auf 56 Seiten erzählt die Autorin, die selbst mutterlose Fohlen aufzieht, aus Sicht des Hengstfohlen Noel, der kurz nach seiner Geburt von seiner Mutter getrennt wird. Zahlreiche Zeichnungen eines ecuadorianischen Zeichners, die ausgemalt werden können, begleiten die Geschichten.

Es kommt spät, aber noch nicht zu spät, um dieses Büchlein als Geschenk unter den Baum zu legen.
Bis 31. Dezember 2011 versenden wir versandkostenfrei, direkt ab Verlag, zum Preis von 7,99 Euro.

Danach übernimmt der Buchhandel die Auslieferung.
Bestellungen bitte über bestellung (at) traumstunden-verlag.com

Donnerstag, 8. Dezember 2011

NOEL bereits bei Amazon vorbestellbar!



Manches Ding muss gut Weile haben. Noch gerade rechtzeitig zum Fest erscheint das Kinderbuch "Noel".
Auf 76 Seiten erzählt das Hengstfohlen von seinem Leben bei seiner menschlichen Mutter. Zahlreiche Zeichnungen, die sich perfekt zum Ausmalen eignen, unterstreichen die Erzählungen.
Aufgrund der kurzen Kapitel eignet es sich hervorragend als Vorlesebuch oder auch für Leseanfänger.


Hier geht es zur Vorbestellung bei Amazon

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Pferdeliebhaber aufgepasst!
In wenigen Tagen ist es soweit und "Noel" erblickt das Licht der Veröffentlichungswelt!


Ein Buch für Kinder, ab 5 zum Preis von 7,99 Euro
unter der ISBN: 978-3-943596-00-7
ab kommender Woche bei sämtlichen Buchhandlungen erhältlich


Leseprobe:

Eines Morgens jage ich meiner Mama einen großen Schrecken ein. Ich bekam in der Nacht einen schlimmen Durchfall und liege am nächsten Morgen schwach im Stroh und kann kaum aufstehen. Man muss mir sofort Medikamente geben, sagt meine Mama, sonst wird es schlimmer und ich könnte austrocknen. Was habe ich für ein Glück mit meiner neuen Mama. Sie passt so gut auf mich auf. Sie ist jederzeit bei mir und sieht genau, wenn mir etwas fehlt oder ich unglücklich bin. Zum Glück trinke ich dauernd die Milch. So ist nach ein paar Tagen der Durchfall überstanden und ich bin erneut gesund und munter. Die Tage vergehen und ich gewöhne mich ganz gut an meine Mama mit zwei Beinen. Sie ist immer für mich da und jeden Tag, wenn sie mich aus dem Stall holt, gehe ich sofort runter zu dem Haus, in dem sie mit ihrer Familie wohnt. Ich will die ganze Zeit in ihrer Nähe sein.
Doch eines Morgens ist meine Mama krank und kann mir meine Milch nicht
geben. Der Tierarzt soll das übernehmen, aber mit dem will ich mein Frühstück
nicht trinken. Ich stelle mich bockig und gehe in die hinterste Ecke des Stalls. Das gefällt ihm überhaupt nicht, aber das ist mir egal, ich will meine Mama hier haben und nicht ihn. Immer wenn ich den Tierarzt sehe, will er mir eine Spritze geben.
Ich frage mich, was wohl mit meiner Mama passiert ist. Als ihre Kinder in der Schule sind, gehe ich einfach zum Haus.
Komisch, die Tür ist offen, aber ich sehe meine Mama nicht. Dann muss ich wohl mal drinnen nachgucken, denke ich mir, und spaziere hinein.
Aber, was sind das denn für Tiere in ihrem Haus? Die sind so klein und haben so viel Fell! Das ist ja umwerfend, eines ist ganz weiß mit wunderschönen blauen Augen. Ich muss meine Mama unbedingt fragen, was das für Tierchen sind. Hihi, das ist aber komisch, die haben Angst vor mir.
Haha, ich bin halt viel größer als ihr. Oh wow, was machen sie denn jetzt?
Einen Buckel? Das probiere ich auch mal aus.
Die Vorder- und Hinterbeine fest auf den Boden drücken, Schultern anspannen
und … ups, es geht nicht. Ich versuche es noch einmal. Nein, das ist aber ärgerlich, ich kann keinen Buckel machen! Schade, da hätte ich bei den anderen
Pferden angeben und sie damit verscheuchen können.

Freitag, 2. Dezember 2011

Können blinde Menschen Geschichten schreiben?


Sie können!

Der beste Beweis ist der Autor Thomas Löffler, der seit einigen Jahren bereits seine Erlebnisse mit seinen Führhunden aufzeichnet.
In der Anthologie "Märchenhaus - Geschichten für den Kaminabend", ist erstmals eine seiner Geschichten in gedruckter Form erschienen.

Für sehbehinderte Menschen bieten wir für einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit, seine Erzählung "Bruno, der Weihnachtsmann" vertont anzuhören.

http://dl.dropbox.com/u/18236597/Bruno%20der%20Weihnachtsmann.mp3

Die Website des Autors:


Das gedruckte Werk ist unter der ISBN: 978-3-942514-18-7 bei Amazon oder Libri  versandkostenfrei für 12,90 Euro erhältlich
neue Leseprobe aus "Noel" von Prisca Dussling


Auch der nächste Tag beginnt ohne meine Mami. Die neue Mama – so nenne ich die Frau mittlerweile – ist eigentlich ganz nett, obwohl sie nur zwei Beine hat.
Komisch, ich kann mir gar nicht vorstellen, dass man damit gehen kann. Mit vier Beinen war es für mich am Anfang ja schon schwer aufzustehen, aber wie soll das erst mit nur zwei Beinen gehen?!
Heute bin ich den ganzen Tag unter freiem Himmel, ich liege die meiste Zeit im Gras und träume vor mich hin. Meine neue Mama streichelt mich und ich beschnuppere ihre Kleider. Jetzt kann ich sie sogar schon am Geruch erkennen.
Immer, wenn sie mich wieder in den Stall bringt, fühle ich mich einsam und verlassen.
Heute versuchen die Leute mich mit einer anderen Mama zusammenzubringen.
Sie hat auch ein Baby, doch diese Mama ist böse zu mir. Mit heftigen Bissen und Tritten versucht sie mich zu verjagen.
Autsch, das tut weh! Ich wehre mich, doch sie ist zu stark und ich bin noch zu klein und schwach, um etwas ausrichten zu können. Mit eingezogenem Schweif gehe ich in meine Ecke und die Menschen trennen den Stall mit Strohsäcken ab. Doch
die böse Stute lässt mich nicht in Ruhe. Sie schnappt weiter nach mir, sie will mich beißen. Was soll das denn? Das gibt es doch nicht!
  “Hilfe!”, schreie ich, doch sie schlägt weiter aus und trifft mich an der Hüfte. Ich falle um und meine neue Menschen-Mama glaubt, ich habe mich beim Umfallen
verletzt. Aber zum Glück habe ich mir nichts getan.
  „Eine Nacht werden wir es versuchen, Noel”, erklärt mir Mama.
  „Ich will aber nicht. Schau nur, wie die Stute mich ansieht. Siehst du, wie sie die Augen verdreht? Da bekommt man direkt Angst. Mama“, bettele ich, „bitte, bring mich zurück in meinen Stall. Ich halte es hier nicht aus.” Kann sie das denn nicht verstehen? Sieht sie denn nicht, dass mich diese Mama mit dem Baby nicht haben will? In meinem Stall bin ich zwar alleine, aber das ist immer noch besser als mit jemandem den Stall zu teilen, der mich schlagen und beißen will.

Fortsetzung im Buch

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Damit die Zeit des Wartens nicht zu lange wird, möchte ich euch heute bereits eine kleine Leseprobe aus "Noel" von Prisca Dussling vorstellen.


Alleine

Ängstlich stehe ich im Stall und lasse meinen Kopf hängen. Da, plötzlich höre ich Schritte. Diese Bewegungen klingen aber anders, nicht so wie die von meiner Mami. Irgendwie, wie soll ich sagen, wirken sie nicht so schwer wie ihre. Dieses Geräusch ist leiser.
„Mami?”, frage ich. Aber niemand gibt mir eine Antwort. Voller Erwartung schaue ich zur Tür. Sie öffnet sich. Was ist das denn? Es ist nicht meine Mami. Jemand mit zwei Beinen steht vor mir, eine Frau.
  „Hallo Noel”, sagt sie, „komm, versuch einmal”, und hält mir eine Schüssel unter die Nase. Sie versucht, mich zu sich zu locken und ich sehe etwas Weißes in der Schüssel glänzen. Voller Schrecken springe ich in die hinterste Ecke und bleibe zitternd dort stehen.
  Sie spricht ganz sanft zu mir. „Noel”, sagt sie, „komm, das ist Milch. Trink, deine Mami ist krank, du musst jetzt stark sein und brauchst alle deine Kräfte.”
Ich springe weg, schlage dazu mit den Hinterbeinen aus und treffe die Schüssel, die, mitsamt Inhalt, in hohem Bogen zu Boden fliegt. Aber die Frau bleibt einfach stehen. Nach einiger Zeit nähert sie sich mir. Was will sie? Sie soll mich doch in Ruhe lassen. Ich schlage erneut aus, will nur zu meiner Mami. Endlich habe ich mein Ziel erreicht, sie geht.
  Doch sie sagt noch zu mir: „Ich komme später noch mal vorbei”, geht hinaus und schließt die Tür hinter sich. Ich höre, wie sich ihre Schritte entfernen. Ich rufe von Neuem nach meiner Mami … Da, eine Antwort! Voller Erwartung rufe ich noch einmal. Huch, jemand antwortet mir. Ich versuche, mich ganz ruhig zu verhalten und genau hinzuhören, von wem die Antwort kommt. Noch einmal höre ich etwas.
Doch ich muss enttäuscht feststellen, dass es nicht meine Mami ist. Traurig lege
ich mich hin und versuche, das Knurren meines Magens zu vergessen.

Begleitet wird das Buch von zahlreichen Zeichnungen eines ecuadorianischen Künstlers, die wunderbar zum Ausmalen geeignet sind.




Ab kommender Woche wird es unter der ISBN: 978-3-943596-00-7 zum Preis von 7,99 Euro erhältlich sein.
Ich möchte Ihnen und Euch heute in den Literarischen Adventskalender entführen ...

Der Weihnachtsurlaub

Der erste Advent war ein Wintertag, an dem jeder die Wärme besonders
schätzte. Seit dem frühen Morgen wirbelten Schneeflocken durch die Luft. Am Nachmittag steigerte sich der Wind zu einem heftigen Sturm, der die weiße Pracht gegen die Fenster peitschte. Besorgt schaute Irma in das Inferno, wandte jedoch schnell den Blick zu dem festlich gedeckten Tisch und ein zufriedenes Lächeln huschte über ihr Gesicht.
  „Wim, Flori, es gibt Kaffee.“
Dieser Ruf lockte im Nu ihre beiden Männer, den großen und den kleinen, herbei, denn sie liebäugelten bereits seit dem Vormittag mit dem Rosinen-Mandelstollen und den gefüllten Lebkuchen. Als Irma sie am Tag zuvor buk, ließen sich die beiden kaum bremsen, zu sehr reizte ihr Appetit. Auch während der Morgenstunden verscheuchte Irma hin und wieder eine von den beiden Naschkatzen. Trotzdem erwischte sie Flori, der mit dem Finger über den Puderzucker des Stollens strich, ihn ableckte und Rosinen aus der Seite pullte. Wim dagegen stibitzte trotz Irmas Wachsamkeit eins von den mit Kirschmarmelade gefüllten Lebkuchenherzen. Aber jetzt saßen die beiden
Leckermäuler am Tisch, und jeder griff sich sein Lieblingsgebäck.
  „Toll, Mutti – schmeckt super“, quetschte Florian durch seinen mit
Stollen vollgestopften Mund.
  „Iss langsam, Flori! Es nimmt dir doch niemand was weg“, ermahnte sie den Sohn, biss selbst von ihrem Stück Stollen ab, kaute genüsslich und schluckte die Masse hinunter. Bevor sie einen von den Lebkuchen nahm, sagte sie:    „Apropos, da wir gerade beisammen sind, können wir gleich über unseren Weihnachtsurlaub sprechen. Wird höchste Zeit, dass wir buchen. Nicht wahr, Wim?“
Wim, Irmas Ehemann seit fünfzehn Jahren, brummte nur:
  „Hm, ich höre“, und kaute weiter.
Florian stimmte der Mutter begeistert zu: „Klar, Mutti, ist höchste Eisenbahn! Wisst ihr noch voriges Jahr die Sache mit dem Hai? Arne laufen noch heute Gänseschauer über den Rücken, wenn ich davon anfange. Ich würde gern wieder im Atlantik tauchen. Und so ein Hai, der ist gar nicht gefährlich …“
  „Nein, nein, Flori“, unterbrach Irma ihn, „Das Essen dort hat mir
überhaupt nicht geschmeckt. War außerdem viel zu teuer. Wim, sag
doch auch mal was?“
Doch Florian wartete die Antwort des Vaters nicht ab. Er fuhr fort:
  „Mensch, Paps, wie wäre es mit Texas oder Mexiko? Da wollte ich schon immer mal hin; Arne übrigens auch. Den nehmen wir doch wieder mit, oder? Seine Eltern sind arbeitslos und können sich keinen Urlaub leisten. Muss ich nachher gleich mal zu ihm rüber. Dann freut er sich.“
  „Ach ja, in Mexiko stelle ich mir den Sonnenuntergang besonders romantisch vor, und dann erst eine Bootsfahrt übern Golf von Mexiko, wenn der Vollmond sein Licht wie unzählige Leuchtkäfer über die Wellen tanzen lässt“, schwärmte Irma.
  „Mutti, das wäre super!“
Erwartungsvoll sah Florian seine Mutter an.
  „Nach Mexiko, nein, das geht ja nicht,“ wehrte Irma plötzlich ab.
  „Warum, Mutti? Eben warst du doch noch so dafür.“
  „Wäre schön, aber in ein Flugzeug bekommt mich niemand weder für Geld noch gute Worte.“
  „Fliegen ist doch geil und völlig ungefährlich, Mutti. Bei dem Stand der Technik. Überleg es dir doch noch mal.“
  „Nein, Flori, und nochmals nein. Die Unglücke und Entführungen. Nein, es kommt nur eine Reise mit dem Auto infrage. Außerdem will Papa wieder mit seinem Tachostand vor den Kollegen prahlen. Nun
sag doch auch mal was, Wim! –Wo bleibt überhaupt dein Gehalt? Ist längst überfällig!“
Wim legte sein angebissenes Lebkuchenherz auf den Teller zurück die Spannung, die von ihm ausging.
  „Urlaub?“, begann Wim, „Ihr denkt immer nur ans Vergnügen. Aber wo das Geld dafür herkommen soll, danach fragt ihr nicht. Unser Urlaub wird nämlich sehr, sehr lange. Deine ganzen Ferien kannst du mit Arne verbringen. Irmchen, auch du kannst den Sonnenuntergang vor unserem Haus jeden Tag bewundern, denn …“
In diesem Moment begriff Irma, und ihr Gesicht verfärbte sich kalkweiß.
Von ihren blutleeren Lippen löste sich der Schrei:
  „Nein, Wim, nein. Nicht du auch noch!“
Während Florian verständnislos von einem Elternteil zum anderen blickte, erhob sich Wim, schlurfte wie ein soeben uralt gewordener Mann zu seiner Aktentasche. Er zog einen Brief hervor, kam zögernd zurück und reichte ihn wortlos Irma. Ihr saßen schon Tränen in den Augen und trübten die Sicht für die Schrift.
  „Sag, es, Wim, sag es! Ab wann?“
  „Seit dem Ersten, Irmchen. Und in meinem Alter … wer stellt mich da noch ein? Aus mit Urlaub am Meer. Braun könnt ihr auch hier werden und mit dem Kahn auf dem See bei Vollmond Romantik erleben. Nur die einzigartige Atmosphäre südlicher Länder, die kann ich euch nicht mehr bieten. Ab jetzt müssen wir jeden Cent sparen.“
Draußen vor dem Fenster tobte ununterbrochen das Unwetter; die Menschen dahinter übermannte ein zuvor erlebter Trübsinn bis zum Nikolaustag, an dem die Großeltern zu Besuch kamen. Sie spürten sofort die dort herrschende Niedergeschlagenheit.
  Die Oma fragte: „Was ist euch denn über die Leber gelaufen? Ihrseid doch sonst nicht solche Trauerklöße.“
  „Wim ist nun genauso wie ich arbeitslos. Da fällt unser Weihnachtsurlaub
aus“, informierte Irma die Schwiegermutter.
  Doch der Schwiegervater blickte nicht so betrübt wie seine Frau, sondern schmunzelte und meinte. „Deshalb braucht ihr doch nicht gleich in so einem Katzenjammer zu versinken. Ihr seid gesund. Was wollt ihr mehr?“
  „Opi, alle aus meiner Klasse verreisen und sogar Arno darf zu seiner
Omi nach üringen. Nur wir hocken hier. Das kann ich doch nach
den Ferien niemandem erzählen“, beklagte Florian sich.
  „Das muss ja nicht sein“, erwiderte der Großvater und zog aus seiner Florian.
„Lies vor!“
Florian glättete den Zettel und las:
  „Hiermit bestätigen wir die Buchung unseres Ferienhauses für fünf
Personen vom 22.12. – 27.12. 2002 in Mittelwald, Am Kreuth 10.“
Überrascht starrten alle den Opa an.
  Irma fasste sich zuerst und fragte: „Woher hast du gewusst, dass wir uns in diesem Jahr keinen Urlaub leisten können?“
  „Na ja, Wim traute sich nicht, es zu sagen. Nur mir. Da wollte ich euch eine Freude machen. Wir werden mitkommen, denn das Haus ist groß genug für uns alle.“
Florians Augen glänzten, Irma rollten Tränen über die Wangen, und Oma umarmte ihren Mann.
  „Warum hast du mir denn nichts gesagt?“, tadelte sie ihn anschließend trotz aller Freude.
  „Wim wollte das nicht. Es war ein Gespräch unter Männern, aber ewig konnte er es sowieso nicht geheim halten. Das war mir schon
klar. Deswegen handelte ich eben. Umso größer ist die Überraschung.“
  Wim dankte seinem Vater und sagte: „So war das aber nicht gemeint,
Vater.“
  „Weiß ich, mein Junge, weiß ich. Aber auch wir wünschen uns, mal ein Weihnachtsfest mit euch in den Bergen zu erleben. So ganz uneigennützig ist unser Geschenk also auch wieder nicht.“
Am 22. Dezember fuhren sie mit dem neuen Opel der Großeltern nach Mittenwald. Schon als sie Garmisch-Partenkirchen verließen, faszinierte sie das Panorama der schneebedeckten Berge des Wettersteingebirges.
Vom Fenster des Ferienhauses blickten sie jedoch direkt auf die Alpen. Als abends die Sonne ihre letzten Strahlen über die Berggipfel sandte, stand Irma hingerissen von dem Naturschauspiel auf dem Balkon bis Dunkelheit sie umgab.
Am nächsten Morgen beim Frühstück verkündete die Oma:
  „Zunächst schauen wir uns das Städtchen an, und am Nachmittag besuchen wir den Christkindlmarkt.“
  „Was ist das denn, ein Christkindlmarkt?“, wollte Florian wissen. 
  „So wird hier in der Gegend der Weihnachtsmarkt genannt“, erklärte ihm der Opa. Florian strahlte in Erwartung. Aber er musste sich noch gedulden. Zunächst schlenderte sie durch Mittenwald. Überall standen in den Gärten mit roten Kugeln und Lichterketten geschmückte Tannen. An den ‚Südtiroler Stubn‘ wären sie genauso achtlos wie am ‚Beim Gschdoaga‘ vorbeigegangen, wenn der Opa nicht gerufen hätte:
  „Seid ihr blind? Nur immer Sinn für Geschäfte, Klamotten und all
den ganzen anderen Klimbim. Schaut mal, die herrliche Lüftlmalerei an dem Gebäude neben euch!“
Abrupt blieben alle stehen und wandten ihre Blicke der Sehenswürdigkeit zu.   Florian wollte vom Opa wissen: „Was ist das für eine Malerei?“
  „Eine Handwerkskunst, die hauptsächlich in Bayern anzutreffen ist. Dabei werden Figuren, gemalte Landschaften und andere Motive in der Freskotechnik ausgeführt. Oft sind es religiöse Motive. Wie etwa der Heilige Florian, der das Haus vor Feuer schützen soll“, gab der Opa von seinem Wissen über diese Art der Malerei an Häusern preis.
Von jetzt lief niemand mehr achtlos an den bemalten Hauswänden
oder Giebeln vorbei. Florian nahm sich sogar vor, später auch einmal so malen zu können. Trotzdem lockten Irma und die Schwiegermutter mehr die Angebote in den Schaufenstern.
Krippen, große und kleine, Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm und Jesus am Kreuz in verschiedensten Größen begegnete ihnen in fast allen Kunstgewerbsgeschäften. In einem der Geschäfte kaufte
Omi für sich eine geschnitzte Jesusfigur.
  Opa drängte: „Genug, meine Damen. Jetzt geht’s ins Geigenbaumuseum.
Darauf habe ich mich besonders gefreut.“ Florian wollte wissen, was es dort denn so Einzigartiges gäbe.
  „Stell dir vor, sogar Mozart spielte auf einer Geige aus Mittenwald, denn die erste Geigenmacherwerkstatt gründete die Familie Klotz um 1685. Es werden nicht nur geläufige Geigen hergestellt, sondern auch andere Musikinstrumente wie Violoncelli und Kontrabässe. Sie klingen erstklassig und sind von Musikern in der ganzen Welt begehrt“, begründete Opa seinen Wunsch. Später staunte Florian über die Vielfalt der Musikinstrumente. Seinen Vater interessierte mehr der Bau einer Geige. Von dem Museumsführer erhielten sie auf alle Fragen eine Antwort.
Der Hunger trieb sie zum Mittagessen ins ‚Post Hotel Mittenwald‘.
Nach einer ausgiebigen Stärkung mit landestypischem Essen - Graupenrisotto
mit Bündnerfleisch und Wildessenz mit Orangen-Ingwer-Klößchen - wollten sie den Christkindlmarkt besuchen. Zu Florians Verdruss schloss er jedoch bereits am 18. Dezember. Als Entschädigung spendierte Oma ihm in der Eis-Arena Mittenwald zwei Stunden Schlittschuhlaufen. Da er zum ersten Mal auf Schlittschuhen stand, fiel er öfter hin und wurde hin und wieder von anderen Kindern ausgelacht. Aber nach einer Stunde Übung gelangen ihm bereits gerade Strecken ohne hinzufallen. Während er weiter übte, labten sich Oma und Irma an der Bar mit Glühwein. Opa und Wim schwitzten in der
Sauna. Als es ihnen dort nach zwanzig Minuten zu heiß wurde, verließen
sie das Dampfbad und erfrischten sich am Ausschank mit einem kühlen 'Original Bayrischen Bier Weihenstephan'.
Für Florian lagen auf dem Tisch an seinem Platz Maronen und Printen, O-Saft und ein Eisbecher mit Vanilleeis und Sahne bereit.
Aber das Schlittschuhlaufen bereitete ihm so ein Vergnügen, sodass Irma das Eis aß, weil es sonst geschmolzen wäre. Nach zwei Stunden gesellte sich Florian mit hochroten Wangen und zahlreichen blauen Flecken freudestrahlend zu ihnen. Nach dem Abendessen gingen sie zur Bowlingbahn. Vater erzielte zunächst die meisten Treffer, aber Florian ließ sich nicht entmutigen. Immer wieder griff er sich die Bowlingkugel, nahm Schwung und warf sie auf die Bahn. Nach einiger Zeit gelangen ihm sogar mehr Treffer, als alle zusammen errungen hatten.
Am Morgen des Heiligen Abends saßen sie warm eingepackt auf dem
Pferdeschlitten, der von zwei Pferden durch die Winterlandschaft gezogen wurde. Alle begeisterte die Landschaft mit den in der Sonne glitzernden schneebedeckten Gipfeln der Alpen. Zu Mittag aßen sie wieder im ‚Post Hotel Mittenwald‘. Opa hatte dort vorsorglich bereits aus Berlin einen Tisch reserviert. Das Menü, bestehend aus Frischkäseterrine im Räucherlachsmantel mit mariniertem Scampi als Vorsuppe, dem Hauptgang mit Kalbsfilet im Ciabattamantel, Marsalasoße, Oliven-Spinat-Quiche und Polentaplätzchen mundeten zwar allen vorzüglich, aber die traditionelle Weihnachtsgans mit Klößen vermissten sie. Vom Dessert - Tannenhonigmus mit frischen
Sharon- bestellte der Opa für Florian noch eine Portion, weil es ihm so gut schmeckte. Danach wanderten sie auf vom Schnee befreiten Wanderwegen durch den tief verschneiten Wald der Umgebung. Am späten Nachmittag kehrten sie zur Bescherung ins Ferienhaus zurück.
Irma stellte jedoch fest, die Tasche mit den Geschenken Zuhause vergessen
zu haben. Als sie das offenbarte, senkte Florian den Kopf und seine Schultern zuckten unter Schluchzern. Aber Oma hatte vorgesorgt.
Sie hielt ihm ein längliches Päckchen unters Gesicht.
  „Vielleicht kann dich das trösten?“
Florian lächelte sie an und wickelte ein Handy aus. Freudig rief er aus: 
  „Danke, Omi. Damit kann man ja sogar fotografieren!“
Opa versprach ihm, dass er sich nach den Feiertagen in Mittenwald
etwas kaufen dürfte. Zum Leidwesen der Eltern bestand Omi auf einen Gottesdienst in die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Der Kirchturm, dessen wunderschöne Lüftlmalerei von einem Scheinwerfer angestrahlt
wurde, überragte den Ort. Florian, der noch nie eine Kirche von innen gesehen hatte, blendete die Pracht dort. Besonders das herrliche Deckenfreko, das gotische Kruzifix und die geschnitzte Madonna beeindruckten ihn. Das Orgelspiel langweilte ihn; von der Predigt des Pastors verstand er nicht viel, aber die Großeltern erfüllte sie mit tiefer Demut vor Gott.
Abends fielen alle erschöpft von den Eindrücken des Tages ins Bett.
Am ersten Feiertag fuhren sie mit der Zahnradbahn vom Bahnhof in
Garmisch-Partenkirchen zum Gletscherbahnhof Zugspitzplatt.
Unterwegs ängstigten sich Mutter und Oma, besonders als die Bahn
in den Berg einfuhr. Die Fahrt erschien ihnen vor Unbehagen endlos.
Mehrmals fragten sie Opa, wann der Zug endlich am Ziel ankäme.
Opa gab jedes Mal die ausweichende Auskunft:
  „Keine Sorge. Wir sind bald da.“
Auf dem Gipfel entschädigte der Ausblick. Opa ersetzte den Fremdenführer und erläuterte ihren Standort: „Wir stehen jetzt auf dem höchsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge. Südwestlich seht ihr Garmisch-Partenkirchen; im Westen verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Südlich von uns befinden sich das Zugspitzplatt und an den Flanken sind drei Gletscher. Davon sind die bei-den größten der nördliche Schneeferner und der Höllentalferner.“
Florian fotografierte mit seinem Handy all die Schönheit ringsherum.
Während Eltern und Großeltern in die Gaststätte einkehren, sah Florian lieber den Skifahrern zu und fotografierte. Wim erfreute es, dass in der Gaststätte ein für seinen Geschmack gutes Essen angeboten wurde. Er vertilgte vier Weißwürste mit süßem Senf und dazu zwei Baguettes und trank genau wie Opa Salvatore Starkbier. Oma sowie Irma bevorzugten Leberknödelsuppe und stilles Wasser. Als es Florian draußen zu kalt wurde, setzte er sich mit an den Tisch und bestellte für sich einen Krautwickel mit Knödel, dazu trank er Limo. Oma und Irma drängten auf die Rückfahrt, denn in dieser Höhe fühlten sie sich nicht wohl. Sie atmeten erst auf, als sie wohlbehalten unten im Tal aus der Bahn stiegen. Den zweiten Feiertag verbrachten sie im Erlebnisbad Mittenwald. Während die Erwachsenen sich in der Gaststätte am Glühwein labten, tummelte sich Florian im warmen Wasser. Da ihn jedoch die Bowlingbahn magisch anzog, verbrachten sie den Nachmittag dort. Am nächsten Tag kaufte Oma ihm als Entschädigung für die ausgefallene Bescherung die gewünschten Kunstlauf-Schlittschuhe. Danach ging es wieder in die Eis-Arena, denn Florian wollte unbedingt die neuen Schlittschuhe einweihen. Am Nachmittag wanderten sie noch einmal durch die zauberhafte Bergwelt, und am Abend zog es sie erneut ins ‚Post Hotel Mittenwald‘, wo sie reichlich einer Feuerzangenbowle zusprachen. Florian vertilgte neben einer Pfannkuchensuppe zwei Eisbecher mit Schokoladensplitter und Sahne.
Viel zu schnell endete für alle dieser Weihnachtsurlaub. Einstimmig beschlossen sie, das nächste Weihnachtsfest wieder in den Bergen zu erleben. In Berlin prahlte Florian:
  „Dieser Urlaub war viel toller als der am Atlantik. Arne und die andern werden staunen, was ich alles erlebt habe. Und Schlittschuhlaufen will ich richtig lernen, damit ich nächstes Jahr den Bayern mal so richtig zeigen kann, das ein Berliner viel fescher Pirouetten dreht und sogar den Toeloop kann.“

Barbara Kühnlenz