Dienstag, 31. Januar 2012

In zwei Wochen ist Valentinstag

Falls ihr dieses Jahr nicht wieder Unsummen für Blumen ausgeben wollt, die am nächsten Tag traurig ihren Kopf hängen lassen, versucht es doch einfach mal mit einem Buch.

Nichts eignet sich besser, als eine Liebesgeschichte. Egal ob soft und romantisch, wie 
"Das Lachen des Kookaburra" oder eher in Form eines Thrillers.

Heute möchte ich euch 
"Zerbrochenes Glück", 
geschrieben von meiner Wenigkeit vorstellen. 


In den letzten Tagen wurde ich oft gefragt, ob das Buch eine Art Biografie sei. 

Nein, ist es nicht. Die erste Version schrieb ich in Form des allwissenden Erzählers. Eine Kollegin riet mir, das Buch würde in der "Ich"-Form sehr an Substanz gewinnen. Da ich, genauso wie jeder andere Autor, eitel bin, benötigte ich etwa ein halbes Jahr, ehe ich mich für diesen Vorschlag erwärmen konnte. Als ich mich jedoch dazu entschloss, merkte ich schnell, wie sehr ich mich mit der Person Jenny identifizieren konnte. Gleichwohl flossen einige autobiografische Passagen ein.

Am Ende des Buches zitiere ich eine indianische Weisheit:
 Ich schloss mit der Frage: „Ist es verkehrt, wenn ich Rache
üben will?“
Erneut schaute er mich an, goss uns beiden Tee ein, warf Kräuter in die Schale und ließ sich lange Zeit für seine Antwort.
„Mädchen wisse, wir alle haben einen eigenen emotionalen
Medizinbeutel. Dieser enthält nicht nur Gutes, sondern auch
Zorn, Negativität und moralische Vorurteilsfähigkeit. Den Inhalt haben wir über Jahrtausende von unseren Vorfahren geerbt.
Solange dir aber die negativen Aspekte deines Medizinbeutels
nicht bewusst sind, können sie auch nicht bewältigt werden.
Öffne ihn, lass das Böse heraus. Nur so kannst du eine negativ
belastete Zukunft vermeiden. Lerne, das Gleichgewicht und die
Gelassenheit zwischen Sonne, Erde und Mond verstehen.
Übertrage diese Gelassenheit auf dein Leben. Dann wird sich
Gleichgewicht, auch in deiner Beziehung zu Byron, einstellen.
Lerne aus den Dingen, die euch wiederfahren sind. Schätze
die Erfolge, genieße den Moment.“

Was mag dieser Spruch bedeuten?
Am Wochenende gab mir eine bekannte TV Kommiassarin einen tollen Satz mit: "Wir alle sind Kinder dieser Erde"
Eigentlich wissen wir es, und uneigentlich handeln wir nicht danach. Jeder hält sich für den Nabel des Universums. Kaum jemand von uns erkennt seine eigene Fehlbarkeit an. Es sind sowieso immer die anderen und die Standardantwort von Amazon lautet: Der Rückstau ist schuld.

Erst wenn es uns gelingt, aus unseren Fehlern zu lernen, wenn es uns gelingt, denen zu verzeihen, die uns irgendwann mal verletzt haben, wenn es uns gelingt loszulassen, erst dann werden wir dieses Gleichgewicht erreichen.

Dieses Buch ist mit Sicherheit nicht unfehlbar. Jedoch wenn es mir gelingt, den Leser oder die Leserin für einige Stunden in eine andere Welt zu entführen, dann habe ich mein Ziel erreicht. 
Ein Amazon Kunde schrieb:
Ich habe das Buch innerhalb eines Abends verschlungen! Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen!


Leseprobe:
Vorsichtig wendete ich den Wagen und mit einem letzten Winken verabschiedete ich mich von den, vor dem Haus stehenden, Männern.
Obwohl die Klimaanlage auf vollen Touren lief, beschlugen die Scheiben ständig neu. Die Scheibenwischer waren eingefroren, ich stellte das Gebläse höher und bekam endlich die Scheiben
frei. Nachdem ich einige Minuten unterwegs war, schaltete ich den Navigator ein und tippte auf: ˏNach Hause.̕ Während ich wartete, dass er endlich einen Satelliten fand, schob sich die Wolkenwand immer weiter in mein Sichtfeld. Bitte keinen neuen Schnee. Mein Hoffen war vergebens, denn kurz danach setzte
leichter Schneefall ein. Einige Kilometer weiter konnte ich kaum noch die Straßenführung erkennen. Nur mithilfe der Navigation blieb ich auf der richtigen Spur. Langsam quälte sich mein Auto durch die bizarre Landschaft und ich verfluchte mich, dass ich
diesen Auftrag angenommen hatte. Der Schneefall verstärkte sich und auch der Wind nahm merklich zu. Die Sonne verschwand vollends, obwohl früher Vormittag, legte sich Dunkelheit wie ein Tuch über die Ebene. Der Wind pfiff schaurig durch die
geschlossenen Scheiben. Mühsam kämpften die Scheibenwischer, in der höchsten Stufe, gegen die immer stärker werdende Übermacht von oben. Heckfenster und Seitenscheiben verschwanden
regelrecht unter der Schneelast. Mein Sichtfeld fahrenden Iglu. Langsam kroch Angst in mein Herz.
Aber ich fuhr. Noch!
Immer öfter drehten die Räder durch. Redete ich mir die ganze Zeit ein, nur nicht anhalten zu dürfen, weil ich befürchtete, das Fahrzeug würde sich nicht mehr vorwärts bewegen, blieb mir nun nicht anderes übrig, als anzuhalten. Die Schneeketten mussten rauf. Instinktiv war mir klar, dass ich sie schon längst
hätte aufziehen müssen. Meine verdammte Eitelkeit!
Als ich ausstieg, raubte mir der Sturm fast den Atem. Gedämmt durch die dicke Schicht von Schnee, unterlag ich der trügerischen Annahme, der Sturm hätte sich gelegt. Jedoch das genaue Gegenteil war der Fall. Entsetzt von der Kraft und Heftigkeit des Windes, sprang ich zurück ins Auto und rief Michael an. Die Verbindung war sehr schlecht, nur abgehackte Fragmente drangen hindurch. Immer wieder schrie ich in den kleinen Hörer:
„Was hast du gesagt? Wiederhole bitte noch einmal.“ Als das Gespräch beendet, war ich genauso ratlos wie vorher. Sollte ich abwarten, bis der Sturm etwas nachließ oder meinte er, ich sollte die Schneeketten aufziehen und weiterfahren?
Der Tank war zu zwei Drittel gefüllt. Um Sprit musste ich mir also keine Gedanken machen. Aber hier jetzt untätig rumsitzen und abwarten? Nein das war nicht mein Ding. So gut es ging, mummelte ich mich in meine Jacken ein. Band mir meinen Schal vor Nase und Mund und hoffte, einigermaßen gewappnet zu sein. Als ich ausstieg, warf der Wind mich fast um. Trotz Schutz vor Nase und Mund fiel das Atmen schwer. Falls ich dachte, es könnte nicht schlimmer werden, so irrte ich. Ungebremst raste der Sturm über das Plateau, rüttelte am Fahrzeug und versuchte mich in die Knie zu zwingen. Noch nie in meinem Leben erlebte ich einen dermaßen Ausbruch der Naturgewalten.
Krampfhaft hielt ich mich an der Karosserie fest, zog den
Kopf fest zwischen die Schultern und tastete mich langsam zum Heck. Bis zu den Knien sank ich dabei in den Schnee.
Nach qualvollen Minuten, die mir wie Stunden vorkamen, erreichte ich endlich das Heck. Voller Panik stellte ich fest, dass ...


Beide Bücher sind versandkostenfrei zu beziehen über den Verlag zum Preis von 12,90 Euro unter
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Montag, 30. Januar 2012

Zweitauflage- Das Lachen des Kookaburra

In dieser Woche möchte ich euch etwas Erholung von der Schreibschule gönnen und stelle euch die bereits veröffentlichten Titel vor und serviere erste Häppchen geplanter Veröffentlichungen.

Starten wir mit 
"Das Lachen des Kookaburra
von Kate Sunday.

Anna Lanari von den Lesefreunden Düsseldorf schrieb über dieses Buch: 

Eine ungemein spannende Lektüre und dabei nicht nur eine bezaubernde Liebesgeschichte, sondern auch ein grosses Abenteuer im australischen Outback. Der Leser wird hineingezogen in eine ganz andere, abenteuerliche Welt, die es zu entdecken gilt. Wie das Leben in Down Under sein kann und welche Geheimnisse es hier zu finden gibt, dies kann man hier auf eindrückliche Weise erfahren.

Antje Steffen, eine der ersten Testleserinnen schrieb: 

Das Buch „Das Lachen des Kookaburra“ spielt im Australien der 1980er-Jahre und erzählt die Geschichte der jungen Rebecca Fielding. Rebecca lebt mit ihren Eltern in Mount Gambier. Kurz vor ihrem Schulabschluss trifft sie auf David Hunter, der im Café seiner Eltern arbeitet und etwas für die Schulcafeteria liefert. Rebecca ist sofort sicher, dass David der Mann für sie ist. Von nun an hält sie Ausschau nach dem jungen Mann. Kurz vor ihrem achtzehnten Geburtstag trifft Rebecca eine Gruppe junger Leute, die sie aus der Schule kennt. Bei ihnen ist David. Spontan lädt sie die Gruppe ein, zu ihrem Geburtstag zu kommen. Auf dieser Feier werden Rebecca und David ein Paar. Rebecca ist überzeugt davon, dass sie ihr restliches Leben gemeinsam verbringen werden. Da Rebecca unbedingt studieren will, sucht sie sich einen Studienplatz in Melbourne. Sie geht davon aus, dass David sie begleiten wird. Der will jedoch auf keinen Fall weg aus Mount Gambier. Die Beiden trennen sich und Rebecca leidet fortan unter der Trennung. Sie ist nicht bereit eine neue Beziehung einzugehen. Nach einiger Zeit erfährt sie durch ihre Freundin Tessa das David geheiratet hat. Sie fährt in ihren Heimatort und trifft sich mit ihm. Nach ihrem Gespräch kehrt sie nach Melbourne zurück. Auf dem Weg hält sie vollkommen verzweifelt am Straßenrand. Hier trifft sie das erste Mal auf Alexander McNeal. Die Beiden trinken einen Kaffee miteinander und trennen sich danach wieder.

Einige Zeit später erfährt Rebecca durch Zufall, dass ein Verlag in Sydney einen Kinderbuch-Illustrator sucht. Sie bewirbt sich und zieht bald darauf nach Sydney. Durch Zufall trifft sie hier wieder auf Alexander McNeal. Die Beiden verbringen einen gemeinsamen Abend an einer Bar und gehen danach getrennte Wege. Alexander ist fasziniert von Rebecca und hofft, sie wiederzusehen. Tatsächlich treffen sie sich bei einer gemeinsamen Freundin wieder. Sie werden gute Freunde, wobei Rebecca deutlich macht, dass sie nicht an einer Beziehung interessiert ist. Ihr Herz hängt immer noch an David, auch wenn dieser durch seine Heirat für sie verloren ist.

Kate Sunday schildert das Leben von Rebecca mit allen Höhen und Tiefen so interessant, dass ich das Buch immer wieder zur Hand genommen habe, um zu erfahren, wie es weitergeht. Sie schafft es, dem Leser zu vermitteln, wie die junge Frau fühlt und was in ihr vorgeht. Man leidet mit Rebecca und schöpft Hoffnung, als sie Alexander kennenlernt. Kate Sunday bringt den Leser dazu, ihre Figuren ins Herz zu schließen und an ihrem Leben teilzuhaben. Das Buch eignet sich gut, um es an einem stürmischen Tag mit aufs Sofa zu nehmen. Man taucht in die Welt Rebeccas ein und kann abschalten und den Alltag hinter sich lassen.

Bestellen Sie unter der ISBN 978-3-943596-08-3 zum Preis von 12,90 Euro
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Sonntag, 29. Januar 2012

Tipps, um fehlender Ausdauer entgegenzuwirken

Mangelnde Geduld, aber auch fehlende Ausdauer können bewirken, dass wir unsere Geschichte oder unseren Roman nie beenden. Was können wir dagegen tun?

Die Ratschläge, die ich euch nachfolgend gebe, habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Aber sie helfen mir und warum soll ich sie euch dann nicht weitergeben?
Gleichzeitig fasse ich damit das zusammen, was ich euch in den vergangenen Tagen geschrieben habe.

1) Baut euch Routinen auf: Bequeme Kleidung, eine Tasse Kaffee oder Tee, Musik oder keine, ein heller Arbeitsplatz. Autoren benötigen für ihre Schreiberei meistens Ruhe, also sorgt für Ruhe.

2) Legt euch Notizen an. Entweder als dicke Kladde, als Karteikasten, als Datei oder Zettelsammlung gut sichtbar an die Wand gepinnt.

3) Setzt euch Ziele. Pro Tag so und so viel Seiten. Bis dann und dann ein Kapitel.

4) Plant feste Zeiten zum Schreiben ein, legt diese Zeiten fest und haltet sie ein. Schreibt regelmäßig.

5) Wartet nicht darauf, dass die Muse euch küsst, sondern schreibt oder arbeitet auch an eurem MS, wenn ihr eigentlich keine Lust dazu habt. Das Gefühl euren inneren Schweinehund überwunden zu haben, wird euch die Kraft geben, immer weiterzumachen. 

6) Gönnt euch zwischendrin Pausen. Wenn ihr merkt, es klappt gar nix mehr, hört lieber auf und arbeitet an einem kreativen Tag länger. Oft helfen frische Luft, etwas Sport oder Ablenkung, den Knoten im Kopf platzen zu lassen.

7) Lernt "Nein" zu sagen. Wenn die Zeit fürs Schreiben da ist, dann lasst euch nicht durch Telefon, Freunde oder Familie ablenken. Mit der Zeit werden sie lernen,  diesen Freiraum zu respektieren.

8) Ihr schreibt und schreibt und mit einmal fehlt euch der passende Ausdruck. Was nun? Bitte unterbrecht jetzt nicht eure Arbeit, sondern nutzt den kreativen Schub und schreibt einfach weiter. Macht euch eine Randnotiz und beschäftigt euch später damit. 

9) Schreibt in Schriftgröße 11 Punkt mit einem Zeilenabstand von 1,5 Zeilen und in Blocksatz. Damit erleichtert ihr eurer Lektorin das Lesen und gebt ihr Raum für Randnotizen. Wenn ihr gleichzeitig die Empfehlungen für Normseiten benutzt (60 Zeichen a 30 Zeilen), dann hat der Verlag eine ungefähre Vorstellung vom Gesamumfang eures MS. 

10) Zu guter Letzt: Ob unter der Dusche, im Auto, auf dem Markt, im Zug, im Restaurant - egal wo. Klaut mit Augen und Ohren. :-)

Die kommende Woche möchte ich das Geschriebene erst einmal bei euch sacken lassen. Daher geht es in der kleinen Schreibschule erst ab den 6.Februar weiter.


Zerbrochenes Glück, versandkostenfrei bei Weltbild

Samstag, 28. Januar 2012

Schreibblockade - oh weh

Habt ihr mich gestern vermisst?
Mich überfiel gestern eine Schreibblockade. Ganz plötzlich und unerwartet.

Kennt ihr das? Ihr sitzt am PC, habt Word geöffnet, und der Kopf ist leer. Wusch, alles weg. Vorhin noch, ja, da geisterten so viele Inspirationen durch euren Kopf, aber jetzt? Weg.
Jeder leidet hin und wieder unter schöpferischen Krisen, besonders die kreativen Zünfte scheinen oft heimgesucht zu werden. Selbstzweifel gehören dazu, Tage, an denen irgendwie gar nichts gelingen will.

Aber welche Möglichkeiten haben wir, dagegen anzukämpfen?

Jetzt kommt wieder dieses schreckliche Wort: "Geduld". Ja, Geduld ist notwendig, genauso wie Disziplin und Fleiß. Schlussendlich gehört ein Plan mit dazu. 

Fangen wir mit diesem an. Am Ende benötigen Herr oder Frau Autor all die anderen Tugenden, um den Plan in der Praxis zum Erfolg zu verhelfen.

Entweder ich warte, dass ich Zeit finde, mich meinem Hobby zu widmen oder ich plane die Zeit dafür ein. Wenn ich auf die passende Zeit warte, garantiere ich euch, werde ich sie nie finden.

Im Laufe meines Lebens habe ich zahlreiche Menschen kennengelernt, die sich über mangelnde Zeit beklagten, gleichzeitig aber viele sinnfreie Dinge taten, die letztendlich Zeiträuber waren. Natürlich benötigen wir alle Zeit für Entspannung. Darum geht es hier auch nicht. Es geht darum, sich eine feste Zeiteinteilung zu schaffen, wann man sich  hinsetzt, um zu schreiben. Genauso, wie man Zeit für das Fitnessstudio einplant, für den Englischkurs oder für das Studium.

Wann das ist, wie diese Zeiteinteilung aussieht, bleibt jedem selbst überlassen. Aber es macht tatsächlich Sinn, diese Zeit irgendwo an oder in einem Kalender zu notieren.

Als Bsp: Dienstag und Donnerstag 19:00 - 21:00 Bearbeitung meines MS
Freitag 17:00 - 19:00 Recherchearbeiten

Und jetzt kommen wir zu den oben genannten Tugenden. Gesetzt den Fall, ich bin abends eigentlich viel zu kaputt, im Fernsehen läuft ein toller Film oder die Kumpels haben gefragt, ob wir uns zu einem Bier treffen ... hier setzen Fleiß und Disziplin ein.

Die Geduld ist vonnöten, wenn es einfach nicht so schnell voran geht, wie ich es mir wünsche.

So, was hat das alles jetzt mit der Schreibblockade zu tun? Ganz einfach. Je öfter ich schreibe, egal, ob ich ein Tagebuch führe, auf meinem Blog etwas poste, an einem MS arbeite, eine Kurzgeschichte schreibe oder einfach nur eine Schreibübung ... all diese Dinge werden die dusslige Blockade zum Mond jagen.
All die, in der vergangenen Woche genannten, Methoden, sind regelmäßig und nicht in der Regel mäßig angewandt, gute Hilfen im Kampf gegen Schreibblockaden.

Testet euch selbst. Wenn ihr wollt, können wir heute gern mit einer Schreibübung beginnen.
Schreibt über ein Ereignis, was euch besonders berührt hat. Der Text sollte maximal eine Seite lang sein.
Viel Spaß!

Morgen gehen wir der mangelnden Ausdauer an den Kragen.



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Donnerstag, 26. Januar 2012

Wie finde ich einen guten Schluss?

Weiter geht es mit der kleinen Schreibschule. Ich freue mich sehr, dass diese so gut von euch angenommen wird. Ihr wisst ja, die Hoffnung stirbt zuletzt und meine Hoffnung heißt Zeit. Wenn ich irgendwann mehr Zeit habe, dann würde ich gern diese Schreibschule etwas vertiefen. Vielleicht mit Übungen ausbauen oder mit kleineren Einsendungen. Vamos a ver. Wir werden sehen. 

Zum Thema: Was haben wir? Wir sprachen über Notizen machen, über Details und über die Gliederung.
Wieso setzen wir uns mit dem Thema Schluss auseinander? Nun ganz einfach. Genauso wichtig wie der Anfang, ist das Ende.
Mein Ausbilder sagte immer: Ein Punkt ersetzt noch keinen Schluss!

Wichtigster Aspekt für einen guten Schluss: Er muss logisch sein. Es ist unwichtig, ob er kurz und knackig oder sich langsam anbahnt. Die Logik muss stimmen. Viele Autoren ziehen einen Bogen zum Anfang, oft wählen sie das Happy End, eine Abschiedszene oder eine Strafe. Der Leser sollte quasi zufrieden mit der Handlung abschließen können. 

Im Krimi oder der Kurzgeschichte endet die Story oft mit einem Knallbonbon. Diese überraschende Wendung oder der Kontrast macht die Handlung aus. Im Roman dagegen, kann sich der Schluss über mehrere Seiten anbahnen und auch sanft ausplätschern. 

Ich möchte euch dies an einigen Bsp verdeutlichen.

In "Das Lachen des Kookaburra", hat die Autorin das Happy End gewählt. Zitat: Keine Briefe, keine Telefonate. Sie würde ihn niemals wiedersehen. Er war nur noch ein Schatten, eine Erinnerung aus einem anderen Leben."

In "Schattensprung" ging die Autorin einen anderen, dennoch sehr wirkungsvollen Weg. Sie setzte das Ende vorweg. Im Prolog erfährt der Leser bereits das Ende und fiebert diesem während des Lesens des Romanes entgegen.

Ich habe in "Zerbrochenes Glück" noch einen anderen Weg gewählt. Ich habe mit meinem Schluss bereits auf eine Fortsetzung hingewiesen.
Zitat: Auf einmal hielt ich inne, las einmal, las zweimal. Da war sie meine Chance ...

Ich wünsche euch viel Spaß beim Schreiben und freue mich, wenn mir der eine oder andere seine Übungen zusendet.

Morgen möchte ich mich mit euch über das Thema Schreibblockade unterhalten. Gibt es diese? Was ist eine Schreibblockade überhaupt? Kann man sie überwinden?
Ich wünsche euch einen entspannten Abend mit einem guten Buch.
Eure Andrea el Gato


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Mittwoch, 25. Januar 2012

Die Heldenreise

Einige von Euch werden die Heldenreise vielleicht bereits kennen. Ich wurde auch schon gefragt, ob sie denn heute noch Bedeutung hätte.
Sie ist eine tolle und vor allem erfolgserprobte Art der Gliederung.
Ihr könnt die Heldenreise auch gern in Wikipedia nachlesen, hier schreibe ich die, die ich an meiner Pinnwand hängen habe.
OK fangen wir an.

1) Die Ausgangssituation - Aufstellen der Figuren, ähnlich wie auf einem Schachbrett, der Held (Protagonist) hat ein Problem. Im Moment weiß er noch nicht, wie er das Problem lösen soll.

2) Der Auslöser - es geschieht ein auslösendes Ereignis, was die Handlung in Schwung bringt

3) Weigerung des Helden - Held (Protagonist) weigert sich, dem Ruf des Abenteuers zu folgen

4) erster Wendepunkt - ein starkes Ziel, der Held ist entschlossen, sich auf den Weg zu machen

5) Freunde & Feinde

6) Mittelpunkt der Geschichte - Held erkennt sein innerstes Bedürfnis

7) Zerreißprobe - Entweder / Oder Situation

8) zweiter Wendepunkt - Scheitern - Held scheitert entweder mit seinem Ziel oder seinem Bedürfnis oder beidem

9) Katastrophe - Held ist nicht nur gescheitert, die für ihn schlimmste Wendung ist eingetreten

10) Höhepunkt- auf unerwartete, aber glaubhafte Weise erfüllen sich Ziel oder inneres Bedürfnis des Helden

11) neue Situation- Ausklang - unterscheidet sich erkennbar von Ausgangssituation, Held ist persönlich gereift

Natürlich müsst ihr nicht alle Punkte abarbeiten. Es kommt immer auf das Manuskript an: Auf die Länge, auf das Genre und natürlich auch eurem Thema.

Aber ein Leitfaden ist es allemal und wenn ihr eure im Bücherschrank stehenden Bestseller analysiert, werdet ihr sehen, dass fast jeder erfolgreiche Autor die Heldenreise nutzt.

Morgen unterhalten wir uns über den Schluss.
Ich wünsche euch einen entspannten Abend, wo auch immer ihr gerade seid. 
LG & Ciao Eure Andrea el Gato




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Dienstag, 24. Januar 2012

Die Gliederung

"Ach, wie langweilig!", werdet ihr jetzt sicher stöhnen. Eine Gliederung ist doch popel.
Mag sein.
Anfang
Mitte
Ende

und schon sind wir fertig und ich kann in den Feierabend gehen.

Ganz so einfach ist es nicht. Die Gliederung ist unser Rettungsseil, unser Wegweiser und Leitfaden, damit wir in der Wust unserer Notizen nicht das Ziel aus dem Auge verlieren.
Genauso wie jedes Gebäude einen Bauplan benötigt, jedes Gewerbe einen Businessplan, benötigt ein Manuskript eine Gliederung.

Wenn wir anfangen unsere Notizen zu sortieren, tun wir nichts anderes, als eine Gliederung anzulegen.
Wir analysieren unsere Notizen nach dem: "Was ist?", 
nach dem: "Für und Wider", "Was könnte sein?", "War es schon immer so?"
nach dem: "Wohin soll die Reise gehen", "Was soll das Ziel sein".


Ihr ahnt schon, diese drei Punkte stellen Anfang, Mitte und Schlussteil dar.

Nebenbei kommen noch Idee, Phrasen, Gedanken, die einfach so im Raum stehen.

Am Ende sortiert ihr eure Notizen nach den Details, die bereits feststehen, wie Personen und Orte, feste Dialoge, feste Szenen, oder bestimmte wichtige Details, die euch im Kopf herumspuken.

Morgen stelle ich euch die Heldenreise vor. Das ist eine tolle Art der Gliederung, die ihr nur noch mit euren Ideen füllen müsst.
Was benötigt ihr, um eine Gliederung mit Inhalten füllen zu können? Genau! Notizen!
Ich konkretisiere: detaillierte Notizen!

Ein Beispiel: Carmen hatte einen schönen Garten.

Was sagt dieser Satz jetzt eigentlich aus? Was ist ein schöner Garten? Entsteht das Bild eines schönen Gartens vor eurem inneren Auge? Nein?
Ok, dann füllen wir diesen Satz mit Details.

Carmen pflegte ihren Garten voller Hingabe. Wann immer sie Zeit fand, beschnitt sie die Rosenhecke am Tor, die sie jetzt im Frühjahr mit duftenden zartrosa Blüten belohnte. Im kleinen Teich schwamm Fridolin, der Goldfisch. Am Baldachin des runden Pavillions baumelte eine kleine Lampe, die ihr an lauen Abenden Licht spendete. Dort saß sie im Sommer Abend für Abend mit einem Glas Wein und las in einem Buch. Carmens Mann Thomas war für den Rasen verantwortlich. Jeden Samstag tuckerte er mit dem Mäher über die grünen Stengel, um sie kurz zu halten. Dafür lag er Sonntags fast den gesamten Tag, in der, zwischen den Apfelbäumen gespannten, Hängematte und genoss den Frieden.

Auch wenn diese Darstellung jetzt etwas zu harmonisch klingt, habt ihr ein Bild vor Augen. Das erreicht ihr mit Details!

Klaut mit Augen und Ohren, macht euch Notizen, besprecht das Diktiergerät oder nutzt die Aufnahmetaste eures Handys, um Ideen und Gedanken sofort festzuhalten. Morgen sind sie euch entfleucht.


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Das Lachen des Kookaburra

geht in die zweite Runde.


Nachdem die Erstauflage dieses zauberhaften Liebesromanes, der von Rebecca, David und Alexander berichtet, ausverkauft ist, starten wir in die Neuauflage.
Wir haben ein weiteres Mal die Lupe geschultert, den Rotstift gezückt und sind dem Fehlerteufelchen zu Leibe gerückt.


Ab 31.Januar 2012 ist der Titel bei AbeBooks, im Verlag oder direkt bei Runge VA unter der ISBN:
978-3-943596-08-3 zum Preis von 12,90 Euro erhältlich.


Amazon, Libri und Umbreit (neu) starten etwa eine Woche später.



Montag, 23. Januar 2012

Personen und Orte in einer Story

Mit Sicherheit gibt es auch Geschichten, die absolut minimalistisch ausgestattet sind. Dennoch benötigen sie in der Regel mindestens eine handelnde Person. Besser sind zwei. 
Eine Handlung lässt sich mit zwei Figuren besser darstellen, die erste ist die Hauptperson und die zweite der Gegenspieler.
Die Hauptperson nennt man Protagonist, den Gegenspieler Antagonist.

Könnt ihr euch noch an einen meiner ersten Sätze erinnern? 
Dem Autor sind Diebstahl mit Ohren und Augen erlaubt.
Je offener eure Augen und Ohren sind, je sorgfältiger ihr euch Notizen macht, um so größer ist jetzt eurer Materialfundus.

Nehmen wir noch einmal den Ausgangspunkt von gestern und planen, eine Kurzgeschichte zu schreiben, die lautet:
Urlaub in Dänemark, 
dann benötigen wir nach wie vor, Personen ... mindestens eine, die diesen Urlaub antreten möchte.
Wie soll diese Person aussehen? Soll sie männlich, weiblich, alt, jung, dick, dünn, intelligent oder weniger sein?
Wenn ihr euch einen Zettelkasten, einen Notizblock oder eine Datei mit verschiedenen Persönlichkeiten, denen ihr irgendwann, irgendwo begegnet seid, angelegt habt, fällt es euch leicht, eine Person zu finden und zu beschreiben.

Natürlich sind diese Notizen vorab nicht unbedingt notwendig.  Eure Fantasie ist schöpferisch genug, um eigene Ideen hervorzubringen. Dennoch möchte ich euch empfehlen, Notizen anzulegen. Vielleicht nicht unbedingt, wenn ihr eine zweiseitige Kurzgeschichte zum Thema schreibt.
Je umfangreicher eure Abhandlung wird, um so dichter sollte eure Personenbeschreibung sein.

Ich habe mir zum Beispiel angewöhnt, einen kompletten Lebenslauf zu meinen Figuren anzufertigen, der bei der Bearbeitung des Werkes vor mir an der Wand hängt. So kann es nicht passieren, dass meine 12jährige Nichte auf einmal 16 Jahre alt ist, oder meine Großmutter, die in Berlin geboren ist, auf einmal aus Stettin stammt.

Die Orte sind genauso wichtig. Zahlreiche Empfehlungen lauten: "Beschreibe nur Orte, die du kennst!"
Gerade Schreibanfänger sollten sich tatsächlich nur auf sicheren Boden bewegen. Niemand nimmt einen Autor und seine Story ernst, wenn eklatante Fehler in den Örtlichkeiten vorkommen. Wenn die Hamburger Alster auf einmal in Kiel anzutreffen ist. Der Leser achtet nur noch auf die Fehler, nicht mehr auf den Inhalt.
Daher schließe ich mich dieser Empfehlung an. Alternativ jedoch - nicht jeder kann nach Kanada oder Australien reisen - bieten sich gute Recherchen an. Diese sind zeitaufwendig und müssen wirklich gut sein.

Fassen wir zusammen:
Wir haben eine Idee, wissen, dass wir eine Kurzgeschichte zum Thema: "Urlaub in Dänemark", schreiben wollen.
Wir suchen heute als Aufgabe mindestens eine, besser zwei Personen, die diesen Urlaub antreten wollen.

Morgen sprechen wir über das Thema: Gliederung.
Je kürzer der Text, umso wichtiger ist eine gute Gliederung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Basteln eurer Figuren, wir lesen uns morgen.



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Sonntag, 22. Januar 2012

Clusterverfahren

Wie ich euch gestern breits angekündigt habe, möchte ich euch heute in das 
Clusterverfahren
einführen.
Diese Methode ist wirkungsvoll für Anfänger, für Schreibübungen oder auch für Auftragsarbeiten.
Clustern regt beide Gehirnhälften an, die kretive und die logische Seite unseres Denkens. In dem Moment, wo wir Stichpunkte notieren, sehen wir sie vor Augen und es entstehen automatisch weitere Assoziationen oder Bilder.


Ich möchte euch die Clustermethode anhand eines kurzen und sicher nicht vollständigen Beispiels zeigen. Damit der Scan lesbar bleibt, habe ich mit dickem Filzer geschrieben und das Blatt war so schnell voll.

Meine Phrase lautete: Urlaub in Dänemark
Schaut selbst, was mir dazu eingefallen ist:


Am Ende haben wir haufenweise Notizen, Wörter oder Phrasen stehen. Denkt nicht darüber nach, ob das, was ihr schreibt sinnvoll ist. So steht bei mir neben Dänemark das Wort Vollbeschäftigung. Das hat sicherlich nix mit Urlaub zu tun. Mir schwirren noch so viel weitere Wörter im Kopf herum, die eventuell alle nicht zum Thema Urlaub, jedoch aber zu Dänemark passen. Egal. Ohne nachdenken, aufschreiben. Sortiert wird später.

Probiert es einfach selbst aus. Ihr werdet sehen, die Methode macht Spaß und bringt viele neue Ideen.
Eine Anregung möchte ich euch noch geben, die ich hier nicht ausgeführt habt. Kreist die Worte ein, das Hauptwort sogar immer und immer wieder. Das regt euren Gedankenfluss weiter an.

Da eine Story in der Regel aus einer Handlung besteht, sprechen wir morgen über Personen und Orte.

Viel Spaß beim Clustern!


Samstag, 21. Januar 2012

Vorbereitungen, damit Schreiben zum Erfolg wird

"Wie jetzt?", werden einige fragen. "Muss ich jetzt auch noch Vorbereitungen treffen?"

Natürlich! Bevor der Schreiberling sich an seinen PC, Schreibmaschine oder Papier setzen kann, sind einige Grundvoraussetzungen zu schaffen, die wir heute besprechen möchten.

Vorbereitungen, damit Schreiben zum Erfolg wird.
Zuerst sollte uns klar sein, über welches Thema wir schreiben möchten.
Wichtigste Prämisse sollte hier sein, dass wir ausschließlich Themen wählen, bei denen wir uns auskennen. Leser merken sehr schnell, wenn der Autor keine Ahnung hat, von dem, was er da erzählt.
Zweite Prämisse, dass wir nur Themen wählen, die uns am Herzen liegen. Unser Engagement oder Herzblut fließen in die Texte ein und machen sie um so symphatischer. Dabei liegen diese Themen täglich vor unseren Füßen. Autoren sind Diebe, die für ihren Diebstahl nicht bestraft werden. Autoren klauen mit Augen und Ohren. Sie haben ein Diktiergerät in der Tasche, auf das sie Dialoge, die am Nachbartisch im Restaurant gesprochen wurden, schnell nachsprechen. Sie haben einen Notizblock oder Zettel dabei, auf dem sie Gedanken, Charaktere, Ideen, Schlagzeilen aus der Zeitung oder Meldungen aus dem Radio notieren.


Oft haben sich Autoren bei mir beklagt: "Ich habe gerade eine Schreibblockade. Mir fällt nix ein. Ich kann da sitzen und warten, mir kommt einfach keine Idee."

Wer darauf wartet, dass die Muse ihn küsst, kann lange warten. Eigeninitiative ist gefragt. Öffnet euch für die Dinge, die geschehen, achtet auf die Details.

Beobachtet Eltern, wie sie mit ihren Kindern umgehen. Taxifahrer, Verkäufer. Lauft durch Straßen und grüne Parks, saugt die Gerüche, Farben ... einfach alles auf. Macht euch Notizen.

Ein Schreiberling hat nur das Papier und den Stift, oder sagen wir mal besser, die Tastatur. Um eine Geschichte lebendig und echt vermitteln zu können, sind diese Details mega wichtig. Sonst könntet ihr auch ein Sachbuch schreiben.

Eine Empfehlung, die in allen Schreibschulen gegeben wird, lautet:
"Führe ein Tagebuch"

Diese Empfehlung greift obige Anregungen auf. Wichtiger noch. Sie schult euch im täglichen Schreiben.
So, das hätten wir. Ihr erstickt mittlerweile in einer wahren Flut von Notizen. Aber wie wollt ihr daraus nun eine Geschichte stricken?

Kennt ihr das Clusterverfahren?
Damit beschäftigen wir uns morgen!





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Freitag, 20. Januar 2012

kleine Schreibschule - Einführung

Immer wieder erreichen mich Fragen von Autoren, die mich jedes Mal viel Zeit kosten, sie zu beantworten. Da ich im Grunde meines Herzens faul und bequem bin, habe ich mir gedacht, richte ich diese kleine Schreibschule ein. Dann kann ich einfach den fragenden Autor auf diesen Blog verweisen und mich meinen Kernaufgaben widmen.

Nun was sind das für Fragen?
Hier auszugsweise einige: 
- Meine Freunde sagen immer, dass ich ein traumhafter Erzähler bin und unbedingt meine Storys zu Papier bringen sollte. Gibt es einen Unterschied zwischen Reden und Schreiben?

Ja, den gibt es. Während wir beim Reden unsere Hände benutzen, um bestimme Passagen durch Gesten zu unterstreichen, unsere Mimik benutzen, um Emotionen auszudrücken, und sofort durch die Reaktion des Gegenübers eine Antwort erhalten, haben wir beim Schreiben nur das Papier. Bin ich langweilig oder nicht? Interessiert das Gesagte meinen Gegenüber, versteht er mich?
Beim Erzählen passen wir Tempi und Stimmlage der Story an. Das ist dem Schreiberling ebenfalls möglich, leider machen zu wenig Autoren davon Gebrauch. An späterer Stelle werde ich näher auf dieses Stilmittel eingehen.

-Meine Freunde/Familie/Bekannte haben bereits einige meiner Geschichten gelesen und meinen, ich hätte Talent. Reicht Talent alleine aus, um ein erfolgreicher Autor zu sein?

 Bitte fragt euch, ob jemand, der gut kochen kann, automatisch ein Koch ist. Jemand, der singen kann, ein Superstar und jeder, der gut schreiben kann, ein Schriftsteller ist? Mit Sicherheit nicht. Talent ist gut, aber nicht alles. 

- Was benötigt ein Autor, um gut schreiben zu können?

Vor allem Fantasie. Danach kommen Fleiß, Ausdauer und (ein Wort, was ich gar nicht mag) Geduld. Wobei Ausdauer und Geduld nicht dieselben Eigenschaften sind. Mit Fleiß und Ausdauer arbeitet ihr wochen-, vielleicht monatelang an einem Manuskript. Die Geduld wird euch helfen, realistische Ziele, zum Vollenden eures Werkes, zu setzen. Ihr benötigt das richtige Handwerkszeug, denn Schreiben ist ein künstlerisches Handwerk. Natürlich benötigt ihr Stift, Papier, PC oder Schreibmaschine ebenfalls. Zu guter Letzt benötigt ihr eine Story.

- Kann man schreiben lernen? 

 (Hier werden sicherlich einige lauthals protestieren und sagen: "Was soll die Frage? Wir haben bereits in der Schule schreiben gelernt!" Sicherlich habt ihr das. Aber Schreiben und Schreiben sind zweierlei.)
Ja man kann. Aber ob du es kannst, hängt von verschiedenen Faktoren ab. 

Im Laufe der kommenden Tage möchte ich euch diese Faktoren vorstellen. Genauso wie ich euch das notwendige Handwerkszeug vorstellen möchte. Wer mag, kann die Übungen lösen, die ich einstellen werde. Aber das möchte ich euch selbst überlassen.

- Immer wieder lesen wir in den Medien von Schriftstellern, die sich Traumhäuser am Meer leisten können und Millionen scheffeln. Sollte ich sofort meinen Arbeitsplatz kündigen, wenn ich ein Buch veröffentlicht habe?

Hoffentlich tut ihr das nicht. Gerade Deutschland ist ein Land voller Poeten. Der Markt ist gesättigt, nein überfüllt. Wenn Schreiben und Redigieren schon wahre Herausforderungen darstellen, dann der Verkauf erst recht. 
Was nutzt das beste Produkt auf dem Markt, wenn niemand weiß, dass es da ist? Warum soll der Kunde mein Buch kaufen, wo doch die Medien voll des Lobes über diesen oder jenen Starautor sind? Wenn ihr denkt, 1000 Bücher verkaufen sich von eben bis gleich, dann irrt ihr euch. Bereits 100 Bücher zu verkaufen, bedarf hoher Anstrengungen vonseiten des Verlages. Was ihr dann an Tantiemen erhaltet, könnt ihr euch selbst ausrechnen.



Genug für heute. Ich hoffe, ich habe nicht den einen oder anderen Traum vom Ruhm zerplatzt.


Dienstag, 17. Januar 2012

Checkliste für Autoren

Ich hatte ja bereits für gestern die Checkliste für Autoren zugesagt, aber irgendwie hat jemand dem Tag die Stunden geklaut. 

Aber was versprochen, das halte ich, und so kommt der Beitrag heute.

Gesetzt den Fall, Autor Müller/Meier/Schulze hat sein Manuskript beendet, sollte er, bevor er sich auf die Suche nach einem Verlag begibt, das MS einige Zeit ruhen lassen.
Ich zitiere ihn sehr oft, aber es ist gleichzeitig so viel Wahrheit in den Worten von Ernest Hemingway, der da sagte:
"Die Entstehung eines Buches dauert in der Regel ein Jahr. Einen Monat schreibe ich und elf redigiere ich."
Wenn unser Autor also sein MS fertig geschrieben hat, sollte er es ruhig einen Monat "vergessen". Anschließend wird der erste Korrekturdurchgang gestartet. Ihr werdet überrascht sein, was ihr da so verzapft habt. Aber je öfter dieser Prozess wiederholt wird, um so sauberer wird das Manuskript letztendlich sein.

Nun endlich kann sich der Autor auf Verlagssuche begeben. 

Halt Stopp!
Ist das Anschreiben fertig? Das Exposé? Die Leseprobe?

Ja? Gut, dann legen wir los.

Der Börsenverein des deutschen Buchhandels bietet eine gut sortierte Adressübersicht aller deutschen Verlage.
Parallel bietet sich natürlich Herr Google an. 

Um erfolgreich bei der Suche nach "seinem" passenden Verlag zu sein, müssen Profil des Verlages und das frisch geschriebene Werk des Autors zusammenpassen. Ein Sachbuchverlag wird sicherlich keinen Liebesroman veröffentlichen.

Gleichzeitig sollte sich der Autor die Website genau anschauen. Kein seriöser Verlag sucht nach Autoren. Verlage, die auf ihrer HP laut herausposaunen: "Autoren gesucht", sind meistens offene oder verdeckte Zuschussverlage.
Oft macht es tatsächlich Sinn, vorab im Lektorat anzurufen und sich und sein Manuskript vorzustellen. Zum einen erfährt der Autor sofort, ob noch freie Kapazitäten bestehen, zum anderen, erinnert sich ein Lektor eher an ein freundliches Telefonat, als an ein 08/15 Anschreiben.

Ehrlichkeit gehört ebenfalls zu dieser Checkliste. Oft reichen Autoren ihr MS bei mehreren Verlagen ein und der Fairness halber, sollte der Autor diesen Punkt mitteilen.
Letztendlich gehört noch eine Portion Geduld dazu. Aber die haben wir doch alle.

Montag, 16. Januar 2012

Autoren schnuppern Messeluft!

Die Gerüchteküche brodelt, es dampft und duftet ... aber ehe die Suppe gänzlich überkocht, starte ich heute mit der versprochenen Aktion:

Autoren schnuppern Messeluft!

Zusätzlich zu den bereits geladenen Autoren, die auf der Leipziger Messe eine Lesung halten, möchte ich heute
VIER
Autoren die Möglichkeit einräumen, die Messehallen in Leipzig, das Flair einer der größten Buchmessen Europas und natürlich auch mich kennenzulernen.

Ich spendiere jedem interessiertem Autor einen kompletten Tag, mitsamt Tageskarte und Verpflegung. Reisekosten und eventuelle Übernachtung sind jedoch selbst zu tragen.

Jeder "Jung" autor sollte sich diese einmalige Chance nicht entgehen lassen, stellt die Frühjahrsmesse des deutschen Buchhandels einen wichtigen Meilenstein im schriftstellerischem Leben eines jeden Autors dar. Diese Messe ist gut, um Kontakte zu knüpfen, Anregungen und Inspirationen zu erhalten oder vielleicht aus eigenen Fehlern zu lernen.

Als Verlegerin freue ich mich natürlich sehr "meine" Autoren persönlich kennenlernen zu dürfen.

Die Messe in Leipzig läuft vom 15 - 18.März 2012 und ich biete für jeden Tag ein Tagesticket. Bei rechtzeitigen Meldungen kann ich noch Parkplätze kostenfrei reservieren lassen. Die Meldefrist läuft ab heute einen Monat, bis zum 15. Februar 2012.
Bitte per Mail an andrea (at) traumstunden-verlag.com
Betreff: Leipziger Messe




Sonntag, 15. Januar 2012

Aktionsbündnis Fairlag - was bedeutet das eigentlich?

Immer mal wieder erreichen mich Anfragen, was das Logo "Fairlage" auf meiner HP eigentlich bedeutet.
Daher möchte ich euch heute in das Aktionsbündnis entführen und kurz die wichtigsten Punkte aufzählen.


Fairlage ist ein Zusammenschluss von 61 Autorenverbänden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Ziel, auf Missstände in der Verlagsszene aufmerksam zu machen.

Das Aktionsbündnis selbst, setzt sich für faire Behandlung von Autoren durch ihre Verlage ein. Wichtigster Punkt wohl ist, dass Verlage, die das unternehmerische Risiko auf Autoren abwälzen, indem sie z.B Druckkostenzuschüsse verlangen, angeprangert werden.
Autoren, die an Wettbewerben teilnehmen möchten oder aber Mitglied im Schriftstellerverband werden wollen, sollten daher ganz genau prüfen, bei welchem Verlag sie ihren Autorenvertrag unterschreiben.

Gemeinsam mit dem Deutschen Schriftstellerverband in verdi wurde ein Musterautorenvertrag erstellt, der kostenlos heruntergeladen werden kann.

Der Buchmarkt in Deutschland ist gesättigt. Wer die Situation in der Branche kennt, weiß, wie schwer Autoren und kleinere Verlage es haben. Dass mit der Veröffentlichung eines Erstlingswerkes keine Millionen zu verdienen sind, der Autor nicht gleich seinen Job aufgeben darf oder sich auf Ruhm und Ehren freuen kann, sollte klar sein.
Die Leselust der Deutschen bleibt ungebrochen, sodass "junge" Autoren nach wie vor hoffen können, von der Leserschaft "entdeckt" zu werden. Dennoch ist und bleibt es schwer, einen der größeren Verlage für sich als Autor zu interessieren, überleben diese doch fast nur noch durch das Lizenzgeschäft.

Hoffnungsfrohe Autoren, die auf einmal Post von einem Verlag bekommen, fallen nicht selten auf die kleinen, aber feinen Fallen herein.

Auf der Website des Aktionsbündnisses kann jeder interessierte Autor nachlesen, woran er erkennt, dass "sein" Verlag ein Pseudo oder DKZ Verlag ist. 
Einen weiteren wichtigen Hinweis findet der Autor unter den Vertragstücken.

Verlage, die sich Lektorat, Satz, Covererstellung oder einen Zuschuss zu den Druckkosten vom Autor bezahlen lassen, Tantiemenzahlungen an bestimmte Bedingungen knüpfen (Honorar ab dem 501.verkauften Buch, ab Deckung Druckkosten, ab 300 Euro Guthaben), werden von den einzelnen Verbänden als unseriös eingestuft. Denn in Wirklichkeit hat der Verlag in diesem Fall nicht vor, dem Autor jemans einen Euro an Honorar zu zahlen.

Das Verlagshaus Traumstunden el Gato hat unterstützt mit ganzem Herzen das Aktionsbündnis Faire Verlage, auch wenn das unternehmerische Risiko ganz auf den Schultern des Verlages liegt. Aus diesem Grund prüfen wir jedes eingesandte Manuskript sehr sorgfältig auf Markttauglichkeit.

Jeder Autor, der meint, ein MS einsenden zu wollen, sollte unbedingt vorher eine Checkliste abarbeiten. Das erspart ihm nur unnötige Enttäuschungen und uns viel Arbeit.

Die Checkliste stelle ich morgen zusammen und veröffentliche sie an selbiger Stelle.


Freitag, 13. Januar 2012

Zurück aus Berlin möchte ich euch heute mitteilen, dass ich ein sehr interessantes Treffen mit der Inhaberin der Literaturagentur Lesen & Hören, Anna Mechler, wahrnehmen konnte.
Seit Monaten bereits stehen wir im Kontakt, ich habe zahlreiche Manuskripte gewälzt und mich nun entschlossen, zwei Autoren der Agentur unter Vertrag zu nehmen.
Damit verstärken beide Autoren die Sparte historischer Liebesroman.
Die Schauplätze sind die USA im 19.Jahrhundert und im zweiten Roman die rauen schottischen Klippen im 17.Jahrhundert. 

Über die Zusammenarbeit mit der Agentur freue ich mich sehr, garantiert diese  hochwertige Literatur vom Feinsten.

Auch ihr dürft euch freuen, denn in wenigen Tagen wird: 
"Das Lachen des Kookaburra
in der zweiten Auflage unter der ISBN: 978-3-943596-08-3 im Verlagshaus Traumstunden el Gato sowie in sämtlichen Buchhandlungen zum Preis von 12,90 Euro erhältlich sein.


Donnerstag, 5. Januar 2012

Organspende geht uns alle an!
Hast du eine Geschichte zu erzählen?

Gemeinsam mit dem Verein Kinderschutzengel arbeitet der Verlag an einem sozialen Projekt, was pünktlich zur Leipziger Buchmesse erscheinen soll.

"Nicht jedes Kind bekommt, was es sich wünscht", wird ein Buch, in dem Kinder, Eltern, Kinderschutzengel und Mediziner zu Wort kommen.
Konzipiert wurde das Buch auf 200 Seiten, von denen noch nicht alle gefüllt sind.



Aus diesem Grund bieten wir interessierten Personen die einzigartige Möglichkeit, ihre Lebensgeschichte, das Happy End ihrer Organtransplantation zu schildern.  

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.
Wir möchten auch die Familien zu Wort kommen lassen, die trotz allem Leid, den der Verlust eines geliebten Angehörigen mit sich bringt, es über sich brachten "JA" zur Organspende zu sagen und somit einem anderen Menschen das Leben retteten. 
Diskretion und behutsamer Umgang werden garantiert.
Meldungen bitte bis zum 20.Januar 2012 an
lektorat(at) traumstunden-verlag.com oder
info (at) kinderschutzengel.de

Mittwoch, 4. Januar 2012

Stephanie hat es in die Endrunde geschafft!

Herzlichen Glückwunsch an Stephanie Urbat-Jarren, die es beim Lyrikwettbewerb von Uebel & Gefährlich bis in die Endausscheidung geschafft hat.

Am 4.Februar findet die finale Runde in Hamburg, im Bunker in der Feldstrasse statt. Jeder Finalist hat 5 Minuten, um Zuhörer und Jury von sich zu überzeugen.

Falls Ihr Stephanie live vor Ort erleben möchtet, um 18:30 ist Einlaß und um 19:00 beginnt die Veranstaltung Poetry Slam meets A-cappella.

Den Wettbewerbsbeitrag von Stephanie findet ihr hier


Die Daumen sind gedrückt, ich wünsche dir viel Erfolg.

Dienstag, 3. Januar 2012

Zweite Rezension eingetrudelt

Heute erreichte mich die zweite Rezension per Mail, da aus unerfindlichen Gründen Amazon keine Einstellung zulässt.

Rezension zu Andrea el Gatos „Zerbrochenes Glück“



Fesselnder Romantik-Thriller

Andrea el Gato erzählt in ihrem 380 Seiten langen Roman von der Berlinerin Jennifer Selters, die mit ihrer Familie Deutschland den Rücken kehrt, in der Hoffnung, in Kanada ein besseres Leben aufbauen zu können. Vor der faszinierenden Kulisse des fernen Landes entfaltet sich eine mitreißende Geschichte, in deren Verlauf überraschende, bewegende, aber auch frustrierende Dinge geschehen, Unglaubliches und Schockierendes enthüllt wird.

Mir gefällt besonders die lebendige Sprache, der frische Erzählstil und die Tatsache, dass der Leser auch Interessantes über Kanadas Geschichte, Land und Leute erfährt. Ich habe während des Lesens geschmunzelt, laut aufgelacht und mitgefiebert, aber mir standen auch Tränen in den Augen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Auch das schlicht gehaltene und deshalb eindrucksvolle Buchcover ist gelungen und macht neugierig auf den Inhalt.

Mein Fazit: Absolut empfehlenswert.

Bestellen Sie zum Preis von 12,90 Euro bei
im Buchhandel
oder direkt im Verlag

Montag, 2. Januar 2012

Ein Märchen

Die Geburt einer Chimäre

Es war einmal Hans-Peter, ein unscheinbarer junger Mann. Er achtete nicht besonders auf sein Äußeres, trug sein Haar lang und strähnig. Hin und wieder sprach ihn jemand darauf an, aber ihm gefiel, so wie er aussah und darum änderte er nichts. 

Niemand wusste, dass Hans-Peter zwei Personen in einer waren. Hans war ein recht umgänglicher, netter Kerl. Peter dagegen war kaltherzig und böse. 
So kam es, dass die beiden sich immer wieder um die Oberherrschaft stritten. 
Wann immer Hans sich in eine Frau verliebte, zerstörte Peter diese Beziehung. Trat Hans einen neuen Job an, stänkerte Peter so lange mit den Kollegen oder dem Chef, bis dieser Job der Vergangenheit angehörte. Rasante Umzüge im Jahrestakt durch das ganze Land folgten. Immer öfter gerieten Hans und Peter in Streit miteinander. Hans wollte so gern bei den Menschen angesehen und gemocht werden, er wollte ein erfolgreicher Geschäftsmann sein, der von allen geachtet wurde. Aber Peter ließ das einfach nicht zu. Peter vermutete hinter jedem Freund einen Neider, hinter jeder gut gemeinten Äußerung eine falsche Kritik.
Im Laufe der Jahre stellten sich drei Kinder ein, die bei Hans-Peter lebten. Das Dilemma verschlimmerte sich. Während Hans seinen Kindern ein guter Vater sein wollte, der sie herzte und knuddelte, schubste Peter die Kinder immer wieder weg. Es bereitete Hans-Peter Qualen, mit seinen Kindern gemeinsam am Tisch zu sitzen. Hausaufgaben zu machen, Gutenacht-Geschichten oder gemeinsame Mahlzeiten blieben nur ein Wunschtraum. Immer öfter gewann Peter den Kampf und so begann, sich Hans-Peter zu verändern. Ihm wuchsen lange Krallen, seine Augen blitzten und funkelten.

Hans fing an, seine Wünsche auf Papier zu schreiben. Seinen Wunsch nach Geborgenheit, nach Liebe, nach Anerkennung. Und Hans-Peter stellte fest, dass Hans ein begnadeter Schreiberling war. Die Geschichten fanden reißenden Absatz. Peter dachte sich: „Vielleicht könnten wir ja aus dem Talent von Hans Kapital schlagen und werden reich?“ Dieser Gedanke gefiel ihm ausnehmend gut, und so erlaubte er Hans weiter Geschichten zu schreiben.

Als Hans-Peter nach einem weiteren Umzug vor den Trümmern seines bisherigen Lebens stand, überlegte er sich, wie es weitergehen könnte. 
  Hans brachte vorsichtig hervor: „Ich möchte so gern ein geachteter Geschäftsmann sein. Lass uns einen Verlag eröffnen, dann können wir die Geschichten verkaufen und viel Geld verdienen.“ 
Peter tat, als überlege er, aber in Wirklichkeit gefiel ihm die Idee sehr gut. Vor allem das viele Geld, was am Horizont glitzerte, reizte ihn. Hinweggefegt wurden die vorsichtigen Überlegungen, ob Hans-Peter denn überhaupt in der Lage sei, einen Verlag zu führen. Als dann noch das Land, in dem er lebte, ihm Geld schenkte, waren alle Zweifel beseitigt. Hans-Peter beglückwünschte sich zu seiner klugen Entscheidung.
Bereits nach wenigen Tagen erkannte Hans-Peter, dass ihn sogar die Firmengründung vor ein unlösbares Problem stellte. Guter Rat war teuer.   
Peter schickte Hans vor, der zähneknirschend und verzweifelt sein Versagen vor den Autoren zugab. Zufälligerweise bekam Fritzchen das mit und bot sofort seine Unterstützung an. Fritzchen hatte zwar auch keine Ahnung, wie ein Verlag geführt werden musste, aber er lernte schnell. Nachdem auch die Sache mit dem Geld geregelt war, konnte es losgehen mit dem Geldverdienen. So dachte sich Hans-Peter und lehnte sich erwartungsvoll zurück. Das Geld war zäh und ließ sich nicht so leicht verdienen und schneller als erwartet, verließ Hans-Peter der Mut. Wieder ging zwischen den beiden die Streiterei los, schlimmer als jemals zuvor. 
Sogar Fritzchen wurde in den Streit mit einbezogen. Als dem das zu bunt wurde, sprach er ein Machtwort. 
  „Hans-Peter“ – er wusste da noch nichts von den beiden Personen, die in Hans-Peter um die Oberherrschaft kämpften – „Hans-Peter, entweder du schließt den Verlag oder du gibst mir ab sofort einen Anteil. Ich mache hier die ganze Arbeit, während du es dir gut gehen lässt. Es ist kein Geld mehr da. Wie soll es weitergehen?“
Peter drängte Hans zurück und das erste Mal lernte Fritzchen Peter kennen. Er schrie, er tobte. 
  „Meinen Verlag willst du? Egal, ob du hier die ganze Arbeit machst. Es ist mein Verlag. Ich hatte die Idee. Niemals!“ In der Nacht sprach Hans und versuchte Peter zu beschwichtigen.        
  „Sieh doch, wir beide schaffen es nicht den Verlag zu führen. Wir sind nicht geeignet. Zwar kann ich gute Geschichten schreiben und du bist ein toller Redner, aber das reicht nicht. Außerdem hat Fritzchen bis jetzt gute Arbeit geleistet. Lassen wir ihn das doch ruhig weiter für uns tun.“ 
Nachdem Peter sich ein wenig beruhigt hatte, fiel ihm ein, dass Fritzchen auch angeboten hatte, die fälligen Rechnungen zu zahlen. Und so waren sich Hans und Peter das erste Mal einig und schlugen ein. Am kommenden Tag unterschrieben Hans-Peter und Fritzchen den Vertrag, der ihre Partnerschaft besiegelte.
In der folgenden Zeit lernte Fritzchen immer besser die beiden Personen in Hans-Peter kennen. Mit Hans verstand er sich gut. Sie konnten gemeinsam lachen, Pläne schmieden, Geschichten schreiben und Bücher verkaufen. Vor Peter fürchtete Fritzchen sich. Denn Peter war hinterhältig und gemein. Peter ging es nur ums Geld. Verdienen sollten das die anderen, aber besitzen wollte Peter es.
Sogar privat lief es bei Hans-Peter besser. Nach seinem vorerst allerletzten Umzug kam die Familienfürsorge und zeigte Hans-Peter, dass Kinder umarmen nicht wehtat. Sie erklärten, dass Kinder regelmäßig Mahlzeiten zu sich nehmen sollten, dass Kinder vor dem Zubettgehen gewaschen werden müssen, und erklärten viele andere Dinge. Sogar eine Frau lernte Hans-Peter kennen, Lieschen, ein armes Mädchen von der Straße. Ihr war das Äußere von Hans-Peter egal, denn in den ersten Tagen zeigte sich nur Hans. Sogar dem Peter gefiel Lieschen, sodass sie die erste Frau war, die bleiben durfte. Lieschen war froh, endlich ein Heim gefunden zu haben. Schnell schloss sie die Kinder in ihr Herz. Sie knuddelte und herzte die Kinder, wann immer sie konnte. Sie ging mit ihnen auf den Spielplatz, sang ihnen ein Schlaflied, las Gutenacht-Geschichten, putzte, kochte, wusch. Sie war einfach perfekt. Als sie dann auch noch Hans-Peters Aufgaben im Verlag übernahm, beschlossen Hans und Peter, sie nicht wieder gehen zu lassen. Eine bessere Frau wie Lieschen würde sich nie wieder finden lassen.
Es hätte alles wunderbar sein können, wenn da nicht der Neid wäre.
Nach einiger Zeit wurde Peter immer unzufriedener. Hans und Fritzchen verstanden sich gut und Peter fühlte sich das erste Mal in seinem Leben in die Ecke gedrängt. Er ersann einen Plan. Eines Tages sprach er zu Hans:
  „Ist dir auch aufgefallen, dass die Autoren Fritzchen viel lieber haben als dich? Dabei ist es doch dein Verlag und du machst schließlich die ganze Arbeit. Fritzchen ist doch nur unser Laufbursche.“
   „Ach was redest du da“, erwiderte Hans. „Ohne Fritzchen wären wir schon weg vom Fenster. Schau mal wie viele tolle Bücher wir in diesem Jahr veröffentlicht haben.“
   „Ja, aber es sind nicht deine Bücher. Fritzchen hat sie veröffentlicht. Er kassiert den ganzen Ruhm.“ Peter ließ einen sehr nachdenklichen Hans zurück. Er spürte, dass er eine schwelende Wunde aufgerissen hatte. Schließlich wollte Hans beliebt und geachtet sein. Und das sollte nun nicht so sein?
Als Peter merkte, dass Hans Unsicherheit zunahm, übernahm er kurz entschlossen das Zepter. Hans jammerte und weinte, aber Peter blieb hart. 
  „Es ist unser Verlag, oder?“, herrschte er Hans an. Dieser nickte verlegen. „Willst du, dass Fritzchen ihn uns wegnimmt?“ Entsetzt schüttelte Hans seinen Kopf. „Du willst, dass dich die Leute verehren und ich will, dass wir reich werden. Dein Weg hat nicht funktioniert, also bin ich ab sofort dran“, schloss Peter. Anschließend schickte er Hans in die Verbannung. Der würde eher alles versauen, dachte er sich.

Ab sofort sprach nur noch Peter mit Fritzchen, Peter bestimmte das Handeln und schmiedete weiter an seinem Plan. 

Genau zur festgelegten Zeit schlug er zu. Ehe Fritzchen so recht wusste, wie ihm geschah, saß er draußen auf der Straße. Gerade seine Kleidung noch hatte Peter ihm gelassen. Seine Geldbörse, seine Schlüssel … alles weg. Als Peter sah, dass sein Plan erfolgreich verlief, platzte er fast vor Stolz. Dabei spürte er nicht, wie er sich weiter veränderte. Ihm wuchsen Hörner und ein langer Schwanz.  Lieschen spürte und sah zwar die Veränderungen an Hans-Peter, aber sie liebte ihn zu sehr. Außerdem fürchtete sie ein Leben auf der Straße mehr als die Chimäre, die vor ihr entstand. 

Auch die Autoren fingen nach einiger Zeit an, unruhig zu werden. Sie fragten: „Was war passiert?“ Peter diktierte Hans mehrere Briefe, in dem er seinen Plan als Plan von Fritzchen darstellte. Nach dem Fritzchen eigentlich ein Betrüger sei und gar nicht Fritzchen hieß. Wann immer Hans vorsichtige Einwände vorbrachte, wurde er mundtot gemacht. Mit jeder neuen Lüge fühlte Peter sich stärker. Er wuchs und wuchs. Die Finger flogen nur so über die Tastatur, sein Gehirn lief auch Hochtouren, er fühlte sich frei und beschwingt, wie noch nie in seinem Leben. 
  „Sieg, Sieg!“, schrie alles in ihm. „Ich habe Fritzchen bezwungen, habe mir sein Hab und Gut angeeignet. Die Autoren glauben mir und nicht ihm. Sieg!“ Ihm war egal, dass Justitia bereits auf seiner Fährte war, die Verwandlung schritt unbeirrbar voran. Wer sollte ihn jetzt noch das Wasser reichen? Wer würde es wagen, mit einer Chimäre den Kampf aufzunehmen? Peter fühlte sich unbezwingbar. Unbesiegbar.
Hans wurde immer kleiner, bis nur noch ein Hänschen übrig blieb. Er trauerte und verkroch sich in das Einzige, was er wirklich gut konnte. Er flüchtete sich in die Fantasy und schrieb traurig seinen Traum von Kindern, die er umarmen und herzen wollte. Er schrieb von wundervollen Büchern, denen es genauso erging, wie seinen Kindern. Im Traum.
Letztendlich hatte sich Hans-Peter in eine Chimäre verwandelt, die genau wusste, wann Hans und wann Peter auf den Plan zu treten hatte. Die alles und jeden beherrschen wollte. 

Aber ob ihr das gelingen mag?