Montag, 23. Januar 2012

Personen und Orte in einer Story

Mit Sicherheit gibt es auch Geschichten, die absolut minimalistisch ausgestattet sind. Dennoch benötigen sie in der Regel mindestens eine handelnde Person. Besser sind zwei. 
Eine Handlung lässt sich mit zwei Figuren besser darstellen, die erste ist die Hauptperson und die zweite der Gegenspieler.
Die Hauptperson nennt man Protagonist, den Gegenspieler Antagonist.

Könnt ihr euch noch an einen meiner ersten Sätze erinnern? 
Dem Autor sind Diebstahl mit Ohren und Augen erlaubt.
Je offener eure Augen und Ohren sind, je sorgfältiger ihr euch Notizen macht, um so größer ist jetzt eurer Materialfundus.

Nehmen wir noch einmal den Ausgangspunkt von gestern und planen, eine Kurzgeschichte zu schreiben, die lautet:
Urlaub in Dänemark, 
dann benötigen wir nach wie vor, Personen ... mindestens eine, die diesen Urlaub antreten möchte.
Wie soll diese Person aussehen? Soll sie männlich, weiblich, alt, jung, dick, dünn, intelligent oder weniger sein?
Wenn ihr euch einen Zettelkasten, einen Notizblock oder eine Datei mit verschiedenen Persönlichkeiten, denen ihr irgendwann, irgendwo begegnet seid, angelegt habt, fällt es euch leicht, eine Person zu finden und zu beschreiben.

Natürlich sind diese Notizen vorab nicht unbedingt notwendig.  Eure Fantasie ist schöpferisch genug, um eigene Ideen hervorzubringen. Dennoch möchte ich euch empfehlen, Notizen anzulegen. Vielleicht nicht unbedingt, wenn ihr eine zweiseitige Kurzgeschichte zum Thema schreibt.
Je umfangreicher eure Abhandlung wird, um so dichter sollte eure Personenbeschreibung sein.

Ich habe mir zum Beispiel angewöhnt, einen kompletten Lebenslauf zu meinen Figuren anzufertigen, der bei der Bearbeitung des Werkes vor mir an der Wand hängt. So kann es nicht passieren, dass meine 12jährige Nichte auf einmal 16 Jahre alt ist, oder meine Großmutter, die in Berlin geboren ist, auf einmal aus Stettin stammt.

Die Orte sind genauso wichtig. Zahlreiche Empfehlungen lauten: "Beschreibe nur Orte, die du kennst!"
Gerade Schreibanfänger sollten sich tatsächlich nur auf sicheren Boden bewegen. Niemand nimmt einen Autor und seine Story ernst, wenn eklatante Fehler in den Örtlichkeiten vorkommen. Wenn die Hamburger Alster auf einmal in Kiel anzutreffen ist. Der Leser achtet nur noch auf die Fehler, nicht mehr auf den Inhalt.
Daher schließe ich mich dieser Empfehlung an. Alternativ jedoch - nicht jeder kann nach Kanada oder Australien reisen - bieten sich gute Recherchen an. Diese sind zeitaufwendig und müssen wirklich gut sein.

Fassen wir zusammen:
Wir haben eine Idee, wissen, dass wir eine Kurzgeschichte zum Thema: "Urlaub in Dänemark", schreiben wollen.
Wir suchen heute als Aufgabe mindestens eine, besser zwei Personen, die diesen Urlaub antreten wollen.

Morgen sprechen wir über das Thema: Gliederung.
Je kürzer der Text, umso wichtiger ist eine gute Gliederung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Basteln eurer Figuren, wir lesen uns morgen.



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