Nachdem ihr gestern eine gute Übung zur Erweiterung eures Sprachschatzes hattet, möchte ich das Thema heute noch etwas vertiefen.
Es gibt auch die Autoren, die unbedingt zeigen wollen, was sie können. Die Autoren, die beweisen wollen, dass sie gebildet sind, sich von der breiten Masse abheben und mit allerlei Fremdwörtern um sich schmeißen.
In bestimmter Literatur mag das so auch ganz in Ordnung sein. Frank Schätzing, zum Beispiel, verfügt über einen sehr großen Sprachschatz, den er auch in seinen Büchern mitteilt. In "Nachrichten aus einem anderen Universum" waren diese notwendig und wichtig, konnte er die Ergebnisse seiner Recherchen zu "Der Schwarm" nur in einem Sachbuch entsprechend vermitteln. Das Buch "Limit" dagegen hat zahlreiche Kritiken ob der doch etwas geschwollenen, ausschweifenden und teilweise referierenden Ausführungen kassieren müssen.
Als Autor sollte ich mir daher ganz genau meine Zielgruppe überlegen. Ein guter Sprachschatz bedeutet nicht automatisch, ein Sprachschatz gespickt mit Fachausdrücken. Der Leser möchte auf der Couch, im Bett, am Strand oder in der Bahn lesen und hat sicher an diesen Orten kaum Gelegenheit ein Wörterbuch zu Rate zu ziehen.
Daher gebe ich euch den Tip, dass ihr bei euren Ausführungen auf eine einfache und verständliche Sprache achtet. Vermeiden wir Silbengekringel und gestelzte Formulierungen, wenn wir unseren Leser nicht langweilen wollen. Überraschen wir stattdessen unseren Leser mit unverbrauchten Bildern. Lernen wir von literarischen Vorbildern.
Dazu empfehle ich folgende Übung:
Sucht in eurem Bücherregal ein oder mehrere Bücher heraus. Sucht euch insgesamt fünf Abschnitte, die ihr abschreibt, scannt oder wie auch immer. Es sollten Abschnitte sein, bei denen ihr denkt, dass hier der Stil des Autors am Stärksten hervorsticht. Wichtig ist, dass diese Abschnitte vor euch liegen. Danach sucht ihr nach den Wörtern, die ihr selbst niemals benutzt hättet. Schlagt anschließend im Wörterbuch die Bedeutungen nach.
Ihr werdet merken, dass diese jetzt mühselig klingende Übung Spaß macht. Und mit der Freude kommt automatisch die Erweiterung eures Sprachschatzes.
Morgen sprechen wir über Rhytmus und Klang, ein Thema, was vor allem in der Prosa große Bedeutung hat.
Abschließend möchte ich noch einmal auf die Lieferschwierigkeiten der Barsortimenter und Amazon zurückkommen. Leider hat Umbreit erst vor zwei Tagen bestellt, Libri bereits letzte Woche, Amazon wird noch bis kommende Woche brauchen, bis die Bücher im System eingepflegt sind. Die sind leider mega lahm.
Daher biete ich jedem Kunden die Möglichkeit, direkt im Verlag über bestellung (at) traumstunden-verlag.com
zu bestellen. Ausgeliefert wird über Runge VA.

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