Die neue Woche startet mit einer Fortsetzung der kleinen Schreibschule!
Ich möchte mich bei jedem einzelnen Leser der vergangenen Wochen bedanken, ebenso für die zahlreichen Mails, die mir bestätigen, dass ihr dieses kostenfreie Hilfsangebot zu schätzen wisst.
Aber heute beschäftigen wir uns mit einem Thema, was nicht wirklich jeder von euch mag.
Das Thema lautet:
Überarbeiten
Im Laufe meiner fast vierjährigen Arbeit als Lektorin und dreijährigen Arbeit als Verlegerin sind mir verschiedene Arten von Autoren begegnet.
Die erste Gruppe sind die Autoren, die gern schreiben, sich aber überhaupt keine Gedanken um Logik, Rechtschreibung und Grammatik machen. Von dieser Gruppe höre ich dann: "Dazu ist doch der Lektor da. Der kann das dann machen."
Die zweite Gruppe besteht aus den Autoren, die ihren Text als unfehlbar und unantastbar sehen. Diese Autoren kämpfen um jedes Wort, fühlen sich persönlich angegriffen, wenn ein Fremder, wie zum Beispiel der Lektor, an ihrem Text vergreift.
Schlussendlich die dritte Gruppe, die diese beiden Stufen bereits hinter sich gelassen haben und die Überarbeitung ihres Manuskriptes als kreativen Reifeprozeß betrachten.
Ich möchte in diesem Artikel nicht meine Arbeit beleuchten, sondern die Überarbeitung eines Manuskriptes bevor ihr es einem Verlag vorlegt.
Im Laufe meiner fast vierjährigen Arbeit als Lektorin und dreijährigen Arbeit als Verlegerin sind mir verschiedene Arten von Autoren begegnet.
Die erste Gruppe sind die Autoren, die gern schreiben, sich aber überhaupt keine Gedanken um Logik, Rechtschreibung und Grammatik machen. Von dieser Gruppe höre ich dann: "Dazu ist doch der Lektor da. Der kann das dann machen."
Die zweite Gruppe besteht aus den Autoren, die ihren Text als unfehlbar und unantastbar sehen. Diese Autoren kämpfen um jedes Wort, fühlen sich persönlich angegriffen, wenn ein Fremder, wie zum Beispiel der Lektor, an ihrem Text vergreift.
Schlussendlich die dritte Gruppe, die diese beiden Stufen bereits hinter sich gelassen haben und die Überarbeitung ihres Manuskriptes als kreativen Reifeprozeß betrachten.
Ich möchte in diesem Artikel nicht meine Arbeit beleuchten, sondern die Überarbeitung eines Manuskriptes bevor ihr es einem Verlag vorlegt.
Denn: Das Überarbeiten gehört zu den wichtigsten Tätigkeiten eines Schriftstellers. Und wer das nicht kann, wer nicht in der Lage ist, sein eigenes Geschreibe zu überprüfen und nachzubearbeiten, hat nicht das Recht, sich Schriftsteller zu nennen.
Aus welchen Teilbereichen besteht das Überarbeiten überhaupt?
Aus welchen Teilbereichen besteht das Überarbeiten überhaupt?
Zum einem aus dem Kürzen und Streichen.
William Stunk schrieb in "Elements of Style" übersetzt von Gabriele L. Rico on "Garantiert schreiben lernen":
Zitat: "Ein Satz sollte keine überflüssigen Wörter, ein Absatz keine überflüssigen Sätze enthalten, so wie eine Zeichnung keine überflüssigen Striche und eine Maschine keine überflüssigen Teile enthalten sollte. Das heißt nicht, dass der Autor nur kurze Sätze schreiben und auf alle Einzelheiten verzichten muss, sondern dass jedes Wort bedeutsam sein soll."
William Stunk schrieb in "Elements of Style" übersetzt von Gabriele L. Rico on "Garantiert schreiben lernen":
Zitat: "Ein Satz sollte keine überflüssigen Wörter, ein Absatz keine überflüssigen Sätze enthalten, so wie eine Zeichnung keine überflüssigen Striche und eine Maschine keine überflüssigen Teile enthalten sollte. Das heißt nicht, dass der Autor nur kurze Sätze schreiben und auf alle Einzelheiten verzichten muss, sondern dass jedes Wort bedeutsam sein soll."
Ein weiterer Bereich ist das Erweitern.
Oft erlebe ich, dass bestimmte Figuren, Orte oder Empfindungen zu undeutlich oder schwach angedeutet sind. Hier empfiehlt es sich, diese Dinge stärker herauszuarbeiten. Notizen und Personenbeschreibungen, die der Autor sich angelegt hat, sind hier hilfreiche Instrumente.
Oft erlebe ich, dass bestimmte Figuren, Orte oder Empfindungen zu undeutlich oder schwach angedeutet sind. Hier empfiehlt es sich, diese Dinge stärker herauszuarbeiten. Notizen und Personenbeschreibungen, die der Autor sich angelegt hat, sind hier hilfreiche Instrumente.
Rechtschreibung und Grammatik
Der Duden Korrektor ist ein machtvolles Hilfsinstrument und mittlerweile für wenig Geld zu bekommen. Aber Achtung! Der Duden Korrektor kann nicht denken. Im Deutschen gibt es viele so genannter "Teekesselchen." Das sind Wörter mit gleicher oder ähnlicher Schreibung, aber unterschiedlicher Bedeutung.
Der Duden Korrektor ist ein machtvolles Hilfsinstrument und mittlerweile für wenig Geld zu bekommen. Aber Achtung! Der Duden Korrektor kann nicht denken. Im Deutschen gibt es viele so genannter "Teekesselchen." Das sind Wörter mit gleicher oder ähnlicher Schreibung, aber unterschiedlicher Bedeutung.
Einige Beispiele:
Wagen/wagen
Der Wagen bog um die Ecke. Sie wagen sich aus der hintersten Ecke heraus.
Mehrteiler/Meerteiler
Ein Mehrteiler ist ein Kleidungsstück, ein Musikstück oder ein Theaterstück, was aus mehreren Teilen besteht.
Meerteiler gibt es nur einen und zwar Moses.
Bogen/bogen
Er schoss den Pfeil mit dem Bogen ab. Sie bogen um die Ecke.
Duden Korrektor kann schon viel. Aber das Denken kann er nicht abnehmen.
Zeitfolge
Der Autor sollte sich unbedingt einen Zeitstrahl anlegen, an dem er die zeitliche Abfolge seiner Ereignisse kontrolliert.
Logik
Stimme die Daten und Fakten, die der Autor nennt? Oft sind hier zahlreiche mühselige Recherchearbeiten notwendig. Aber nichts ist peinlicher, als wenn, wie ich es an anderer Stelle bereits schrieb, die Hamburger Alster auf einmal in Düsseldorf landet.
Der Autor sollte seinen Text laut lesen. Oft. Dabei sollte er folgende Fragen im Hinterkopf behalten:
Der Autor sollte sich unbedingt einen Zeitstrahl anlegen, an dem er die zeitliche Abfolge seiner Ereignisse kontrolliert.
Logik
Stimme die Daten und Fakten, die der Autor nennt? Oft sind hier zahlreiche mühselige Recherchearbeiten notwendig. Aber nichts ist peinlicher, als wenn, wie ich es an anderer Stelle bereits schrieb, die Hamburger Alster auf einmal in Düsseldorf landet.
Der Autor sollte seinen Text laut lesen. Oft. Dabei sollte er folgende Fragen im Hinterkopf behalten:
Kann ich den Satz einfacher gestalten?
Kann ich mich verständlicher ausdrücken?
Habe ich Klischees eingefügt oder meine eigenen Worte benutzt?
Sind Rechtschreibung und Zeichensetzung in Ordnung?
Bin ich meiner roten Linie gefolgt und habe das geschrieben, was ich mir vorgenommen hatte?
Sol Stein schrieb in "Über das Schreiben" einige harte, aber wahre Worte. Zitat: An seiner Einstellung zur Revision eines Textes kann man den echten Autor vom Möchtegernautor unterscheiden. Ein guter Autor, ob Amateur oder Profi, empfindet die Überarbeitung seines Textes als willkommene Gelegenheit, Worte, Sätze, Absätze oder ganze Kapitel zu streichen, die nicht den gewünschten Effekt haben, und andere, gelungenere, noch zu verbessern.
Wohl wahr diese Worte. In diesem Sinne bitte ich euch, eure Manuskripte, egal ob Kurzgeschichte oder Roman, vor der Einreichung in einen Verlag zu überarbeiten.
Der Lektor wird es euch danken!
Morgen zeige ich euch die fünf Formelemente des Schreibens.
Morgen zeige ich euch die fünf Formelemente des Schreibens.
Ernest Hemingway sagte einmal: Für ein Buch brauche er ein Jahr. In einem Monat sei es geschrieben und in den restlichen elf Monaten überabeite er es.
AntwortenLöschenUnd ich möchte noch dazu sagen:
Wichtig ist es auch, dass man Texte eine zeitlang ruhen lässt, nicht nur ein paar Tage, sondern Wochen und Monate, um den nötigen Abstand zu gewinnen, und dann soll erneut überarbeitet werden. Somit wird der eigenen Betriebsblindheit paroli geboten.
Wichtig sind gleichfalls Testleser. Aber nicht die lieben Verwandten, denn die sind befangen.
Beste Grüße
Gernot
Absolut, da stimme ich dir zu.
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