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Freitag, 24. August 2012

Leseprobe zu "Von Janusköpfen & Kippfiguren




Nachdem wir in den vergangenen Tagen so viel über dieses Buch gesprochen haben, möchte ich euch heute eine Leseprobe vorstellen:

Seitdem ich vor einem halben Jahr am 1. August 1964 auf dieser Station angefangen hatte, übernahm ich jede Überstunde, mit der sie mich regelmäßig bedachte, verzichtete oft auf meine Frühstückspause und nicht selten auf das Mittagessen. Ich verrichtete die niedrigsten Arbeiten, die es in diesem Beruf zu erfüllen gab, obwohl ich das Abitur mit sehr guten Noten bestanden hatte, ebenso den Facharbeiterbrief und das Staatsexamen als Krankenschwester. Weshalb schikanierte sie mich ununterbrochen? Ich widersprach doch niemals, was auch immer sie anordnete. Warum also unentwegt diese Härte, diese Verachtung? Da! Schon wieder gellte ihr „Schwester Maria!“ über die geriatrisch- innere Männerstation bis in eines der Krankenzimmer, in dem meine Kollegin Ursula und ich gerade einen halbseitig gelähmten Patienten versorgten. Regelmäßig zuckten wir gleichzeitig zusammen, wenn die Stationsschwester einen von uns zu sich befahl.
  Ursula flüsterte: „Du. Wieder du.“ Sie schien erleichtert zu sein und drängte: „Geh doch endlich!“
Ich eilte aus dem Zimmer. Am Ende des langen Flures stampfte Stationsschwester Gertrud auf ihren strammen Beinen vor dem Dienstzimmer hektisch hin und her. Ihr Schwesternkittel umgab sie als sei er ein Korsett. Wenn sie wirklich mal mit zupacken musste, knackten alle Nähte, besonders die im oberen Teil, denn der Schwesternkittel war aus unelastischem Baumwollgewebe. Als sie mich sah, keifte sie den Flur entlang:   
  „Sind Sie jetzt auch noch taub, Schwester?“
Sie erreichte vor mir das Dienstzimmer, füllte mit ihren üppigen Körpermaßen die Türöffnung, drehte mir ihr Gesicht zu und aus ihren schwammigen, knallrot geschminkten Lippen grollte es:
  „Entschuldigung. Nein, Oberschwester.“
Sie liebte diesen Titel, obwohl er ihr vom Dienstgrad her nicht zustand. Ihr Blick durch die schmucklosen Brillengläser lähmte mich. Ich stand vor ihr. Mit hängenden Schultern. Mit gesenktem Kopf.
  „Was haben Sie sich dabei gedacht, Schwester?“
Mit irgendetwas Hellem wedelte sie mir vor der Nase herum. Ich blickte hoch und schaute beklommen auf ein Blatt Papier in ihrer Hand. In der ihr eigenen zynischen Art zischte sie:
  „Ein Versetzungsantrag!“, und brüllte dann unvermittelt los: „Ihr Antrag.“ Hämisch flüsterte sie mir zu: „Aber daraus wird nichts. Ich und Frau Oberin haben entschieden! Disziplin ist nun mal das halbe Leben. Wäre ja noch schöner, wenn da jeder käme und seinen Platz verlassen wollte, der ihm zugewiesen wurde! Sie sind Krankenschwester, und das bedeutet Pflichterfüllung zum Wohle des Patienten und nichts weiter, Schwester!“
Sie schwenkte meinen Antrag mit der rechten Hand hin und her, griff auf einmal mit ihrer linken zu und dann zerriss sie ihn. Sie vernichtete damit nicht nur ein Blatt Papier, sondern auch meine Hoffnung auf einen anderen, vielleicht besseren Arbeitsplatz in der Dermatologie, um den ich mich beworben hatte. Langsam ...

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oder per Download

Freitag, 17. August 2012

Träume sind Schäume?

Kennt ihr auch dieses Sprichwort?


Wie ich darauf komme? Ganz einfach. Offiziell bin ich im August gar nicht da, da ich an meinem neuen Roman arbeite. Inoffiziell ... tja war dieser Gedanke reines Wunschdenken.


Autoren, die nur ganz schnell eine Frage loswerden wollen, Emails und Telefonate, die bearbeitet werden wollen, Lieferanten, die Drucktermine abstimmen wollen, Buchhandlungen, die Bestellungen abliefern ... ich könnte diese Liste noch ewig weiterführen. Halbzeit im August und ich habe bemerkt, damit ich tatsächlich an meinem Buch ungestört arbeiten könnte, müsste ich irgendwohin gehen, wo es kein Telefon und Internet gibt. Wunschdenken, sag ich da nur.

Aber dann würde ich nicht mitbekommen, dass aktuell verstärkt anonyme Rezensionen auftauchen. Tja, wie soll ich diese Meinungen nennen: Rezensionen, die nicht das Buch bewerten, sondern uns, den Verlag.

Habt ihr schon einmal eine Rezension von "großen" Autoren gesehen, die ebenfalls Rechtschreib-, Grammatik- oder Satzfehler aufwiesen, in denen diese bewertet wurden? Eigentlich sollte es in einer Rezension doch um das Buch als solches gehen. Wenn Bemerkungen fallen wie: "Der Verlag ist unseriös", hinterfrage ich diese gern. Aber wie kann ich das, wenn der Schreiber anonym bleibt. Wieso bleibt er überhaupt anonym? Und woran macht der Leser eines Buches fest, ob der Verlag, der das Buch veröffentlicht hat, seriös ist?

Ist nicht eher ein Verlag unseriös, der Bücher vertreibt, obwohl er keine Veröffentlichungsrechte dazu besitzt? Der bereits mehrfach von der entsprechenden Autorin aufgefordert wurde die ISBN zu löschen, munter weiter verkauft?
Ist nicht eher der Verlag unseriös, der seinen Autoren Verträge gibt, nach denen sie entweder nach 5 Jahren oder nach Erreichen von 500 Euro ihre Tantiemen ausgezahlt bekommen? Oder fürchtet hier etwa jemand einen Mitbewerber?

Aber was interessiert das den Leser?

Der Leser will ein gutes Buch. Nur das zählt. Daher sollte sich jeder Verlag auf seine Kernkompetenzen konzentrieren und sich bemühen, gute Bücher zu veröffentlichen. 


Unser nächstes Buch - ein gutes - kommt in der kommenden Woche auf den Markt.



Wir freuen uns mit Barbara Kühnlenz auf ihre dritte Buchveröffentlichung und ihren zweiten Roman. 

Gern könnt ihr es direkt bei uns im Verlag vorbestellen, dann senden wir es ab Mittwoch, direkt an euch aus.
bestellung@verlagshaus-el-gato.de




Donnerstag, 9. August 2012

erste Lesermeinung zu den Janusköpfen

Dank euch, den Lesern, freue ich mich über jedes verkaufte Buch. Ich freue mich, wenn unsere Autoren dadurch die Anerkennung erhalten, die sie sich verdient haben.


So auch Barbara Kühnlenz. 

Ihr Schreibstil ist unverwechselbar. Teilweise sehr blumig, aber mit einer kraftvollen Botschaft, der sich der Leser selten entziehen kann.
Bereits bei ihrem ersten Roman "Schattensprung" bewies sie eine Eindringlichkeit, dass zahlreiche Leser empört über das Handeln der Protagonistin reagierten, diese am liebsten zurecht gestutzt oder gemaßregelt hätten.





Ihr zweiter Roman, der ebenfalls in der ehemaligen DDR spielt, wird in wenigen Tagen auf dem deutschen Markt erscheinen.



Bereits im Vorfeld durften einige Interessierte das Werk lesen und beurteilen.

Nachstehend möchte ich die erste Lesermeinung einfügen und bedanke mich bei der Rezensentin.

Barbara Kühnlenz-Von Janusköpfen und Kippfiguren-


Der Titel hätte treffender nicht gewählt werden können, denn vom Anfang des Romans bis zum Ende ändert sich die Wahrnehmung des Lesers, worum es in diesem Buch letztendlich geht- die Selbstfindung einer jungen Frau .
Denkt man auf den ersten Seiten noch, es handelt sich um den zugegebenermaßen erschreckenden Alltag einer Krankenschwester in der ehemaligen DDR, so wird man doch bald in den Bann dieser
besonderen Lebensgeschichte gezogen und von der bedingungslosen Wahrheit einer Selbstfindung gefesselt.
Die Zwiespältigkeit  der Krankenschwester Maria Bauer zeigt sich allen Bereichen: Arbeit, Familie, Freizeit, Liebe und Sexualität, Gehorsam gegenüber  einem  übermächtigen Staat .Vielschichtig und nicht einfach zu lesen, bestätigt der Roman zum einen die Klischees, wie es im sozialistischen Arbeiter-und Bauernstaat zugegangen ist - doch nicht plump und plakativ, sondern einfühlsam und differenziert . Zum anderen zeigt er uns ganz deutlich, welche Irrungen und Wirrungen den Lebensweg begleiten  und prägen, wie manchmal seltsame Zufälle unsere eigentliche Bestimmung zu Tage bringen.
Ein Roman, der zum  Nachdenken zwingt, auch wenn am Ende ein Happy End die Selbstfindungsphase beschließt- Freiheit gefunden im Beruf und der Liebe.
 
Dagmar Burkert, 05.08.2012


Beide Titel wurden im Verlagshaus el Gato verlegt und sind entweder direkt bestell-, respektive vorbestellbar unter:

bestellung@traumstunden-verlag.com

oder in allen Buchhandlungen erhältlich. 

Schattensprung versandkostenfrei bei Amazon

Von Janusköpfen und Kippfiguren Vorbestellung Amazon

Beide Titel sind ebenfalls als E-Book erhältlich.

Herzlichst Eure Andrea el Gato

Mittwoch, 1. August 2012

Vorankündigung - Von Janusköpfen und Kippfiguren

So lautet der Titel des neuen Romans von Barbara Kühnlenz. 
Ein weiteres Mal ist es ihr gelungen, auf zauberhafte Weise eine Liebesgeschichte in die historischen Ereignisse der ehemaligen DDR einzuweben. 


1965 im damaligen Ostberlin. Maria Bauer ist Krankenschwester und gerät mitten im Titelkampf um den Titel Kollektiv der sozialistischen Arbeit in eine schwere Identitätskrise. Ist sie pervers? Ist sie Abschaum? So wie Bernd, ein Pfleger der benachbarten Station A? Bernd ist schwul.

Homosexuelle wurden in der DDR als perverser Abschaum bezeichnet und nicht selten weggesperrt.

Wird es Maria gelingen ihre eigene Persönlichkeit und eine wahre Liebe zu finden?

Bis zum 5.August bieten wir Testlesern die Möglichkeit das Buch vor Veröffentlichung als E-Book oder PDF zu lesen und zu rezensieren. Bitte meldet euch per Mail bei
andrea@verlagshaus-el-gato.de


Veröffentlichungstermin 15.August 2012
Print ISBN: 978-3-943596-07-6 für 12,90 Euro
e ISBN 978-3-943596-18-2 für 5,99 bei sämtlichen E-Book Stores

Mit sonnigen Grüßen
Herzlichst Eure Andrea el Gato